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Celle Stadt Der Computer als Atelier
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Der Computer als Atelier
23:26 10.05.2015
Björn Dämpfling zwischen seinen Arbeiten "Die Sächsinnen" (links) und "Das Auge". Quelle: Alex Sorokin
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Dämpfling umschreibt seine Bilder mal als „höchstwertige digitale Druckgrafiken“, mal als „digitales Äquivalent zur Lithografie“, nicht grau oder eintönig, sondern voll harmonischer, sich ständig verändernder Farbkompositionen. Doch nicht das „Spiel“ mit den Farben beseelt ihn, sondern die Komposition, das einem langwierigen Prozess unterworfene Entstehen des Bildes, in dessen Verlauf analoge und digitale Parts miteinander verbunden werden. Und das einzige, was er am Ende von seiner jeweiligen Arbeit erwartet, ist, dass sie ihm im Ergebnis gefällt. Die Exponate verraten nicht nur gestalterische Präzision, sondern vor allem Intuition und flexible Kreativität, wobei der Wunsch, immer wieder ein neues Bild zu schaffen, „wie eine Droge“ in ihm wirke, wie er sagt. Etwas zu wiederholen oder erkennbar zu variieren, reize ihn nicht. Für ihn gebe es nach seinen eigenen Worten nur zwei Aggregatzustände: „Entweder es fließt unaufhaltsam aus mir heraus oder ich mache Pause.“ Und die könne durchaus mal einige Monate dauern.

Dämpfling nutzt die in ihrer Exaktheit liegenden Vorteile computergenerierter Linien und Farbverläufe gegenüber der Handzeichnung und -malerei. Die eigentliche Arbeit sei die gleiche, stellt er fest, nur benutze er ein „elektronisches Zeichenbrett“, und mit dem Computer habe er ein ganzes Atelier unmittelbar zur Hand. Mit dem elektronischen Zeichenstift erschafft und beschwört er eine Welt aus linearen Elementen und farbdeckenden Flächen, die noch gar nicht lange existiert und von deren Zustand so mancher Kunstfreund bei dieser Vernissage erstmals einen umfänglichen Eindruck bekam. Eine Welt, die so manches Mal „vom Zweidimensionalen ins Dreidimensionale kippt und dann vergnüglich wieder zurückklappt“.

Die Galerie ist mittwochs bis freitags von 14 bis 18 Uhr und samstags von 11 bis 16 Uhr geöffnet.

Von Rolf-Dieter Diehl