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Celle Stadt „Der Kongress tanzt“ hat Freitag Premiere
Celle Aus der Stadt Celle Stadt „Der Kongress tanzt“ hat Freitag Premiere
15:59 02.12.2011
VORBERICHT Schlosstheater: Der Kongress tanzt - Gabriela Lindlova - Tobias Sorge Quelle: Peter M¸ller
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„Das ist alles sehr aufwändig,“ sagt Regisseur Lars Wernecke, „wir haben vierzig Rollen und zehn Darsteller, unendlich viele Umzüge und Umbauten für etwa zwanzig verschiedene Szenen; wir haben unter Leitung von Ulrich Jokiel drei Musiker auf der Bühne mit Klavier, Geige, Saxophon und Querflöte und wir haben Gesangsszenen bis hin zu vierstimmigen Chorsätzen. Hier brummt der Laden.“ Auch für die Schauspieler sei das Stück sehr anspruchsvoll. „Sie müssen tanzen, singen, spielen und zum Teil auch noch mit auf- und abbauen.“ Für das relativ große und opulente Bühnenbild seien die Maße in der Residenzhalle dabei sehr hilfreich.

Der ursprüngliche Film „Der Kongress tanzt“ von Erik Charell sei ja schon ein Meilenstein der Filmgeschichte gewesen, sagt Lars Wernecke. Charell war der Vater der Berliner Revue-Operette und es sei ein großer Spaß, dieses Werk auf die Bühne zu bringen. Darin stecke ja auch ein großes Maß an politischer Satire, die zum Teil noch heute ihre Gültigkeit habe. Obwohl sich die vorliegende Operettenfassung vom Film ziemlich entfernt hat, will sich Warnecke der ursprünglichen Vorgabe aus dem Film wieder nähern. Kein Wunder also, dass er sich auch in den Kostümen an die geschichtlich vorgegebene Zeit halten will und nur mit einem Augenzwinkern auf die Gegenwart schaut. „Allerdings gibt es sehr viel mehr Musikstücke als im Film,“ sagt er. So gesehen sei die Celler Fassung mit ihren achtzehn Musiknummern auch eine Hommage an Erik Charell und an den Komponisten Werner Richard Heymann.

Eine Herausforderung sind für Lars Wernecke und sein Ensemble die Ballszenen. Trotzdem wollen sie versuchen, auch mit wenigen Leuten einen rauschenden Ball in Szene zu setzen. „Man kann ja auch sehr opulent und raumgreifend tanzen,“ erklärt Wernecke lächelnd.

„Wir haben uns anfangs die Filmszenen angesehen,“ erzählt Schauspielerin Gabriela Lindlova, „und da nimmt man sich die Aspekte, die einem für seine Rolle passend erscheinen, natürlich heraus. Klar liebäugelt man da auch ein bisschen mit der Darstellung von Lilian Harvey.“ Dennoch soll genug „Lindlova-Persönlichkeit“ erhalten bleiben. Ähnlich sieht das auch Tobias Sorge für seine Rolle. „Als Vorlage ist der Film wunderbar, obwohl es so kurz nach der Stummfilmzeit weitgehend ein over-acting ist. Reizvoll ist es ja auch, dass wir alle mehrere Rollen spielen.“ Aber das sei ja nichts ungewöhnliches, sondern der Berliner Revue-Operette entlehnt. In den letzten fünf Wochen sei sehr intensiv gearbeitet worden. Es ging um Präzision und um die Einhaltung eines gemeinsamen Konzepts. „Aber,“ sagt Lars Wernecke, „wir dürfen nie den Spaß verlieren, denn das ist eigentlich die Seele des Stücks. In diesem Sinne hoffen wir, dass die Bude voll wird trotz eines Last-Minute-Angebots zum Preis von sechs Euro ab einer halben Stunde vor Vorstellungsbeginn.“ Davon sollte man nicht nur bei den beiden Silvestervorstellungen sicher ausgehen dürfen.

Von Hartmut Jakubowsky