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Celle Stadt „Der ideale Zeitpunkt, um Fahren zu lernen“
Celle Aus der Stadt Celle Stadt „Der ideale Zeitpunkt, um Fahren zu lernen“
18:33 12.02.2010
Am Steuer: Amelie lässt sich vom Winterwetter nicht abschrecken sie macht ihren Führerschein trotzdem. Quelle: Gert Neumann
Celle Stadt

Den Führerschein zu machen, ist für viele Jugendliche ein wahrer Kraftakt. In diesem Wetter kommen die widrigen Bedingungen erschwerend hinzu: Glatte Straßen, vereiste Fahrbahnränder und schlechte Sicht sind der Alptraum jedes Autofahrers. Dennoch ist Fahrlehrer Krug sich sicher: „Jetzt ist der ideale Zeitpunkt, das Fahren zu erlernen.“ Die Ausbildung sei zwar nicht besser, aber jeder Fahranfänger sei so auf den kommenden Winter vorbereitet. „Dann hat derjenige weniger Angst“, erklärt Krug.

Amelie Jurke, die heute ihre achte, Fahrstunde nimmt und den Führerschein ab 17 macht, stimmt mit ihrem Fahrlehrer überein: „Niemand sollte sich von dem Wetter abschrecken lassen“, erklärt die Schülerin. Auch die Eltern hätten bei den schlechten Straßenverhältnissen keine Angst um ihre Tochter: „Sie vertrauen darauf, dass ich vorsichtig fahre.“

Rainer Kruse, Fahrprüfer beim TÜV Nord, hält Fahrstunden bei Schnee und Eis ebenfalls für eine gute Sache: „Die Schüler lernen so Extremsituationen kennen“. In der Prüfung sähe er die Wettersituation aber als zwiespältig an: „Manchmal sind die Fahrschüler dann doch überfordert“, gibt Kruse zu Bedenken. Er passe seine Anforderungen jedoch witterungsbedingt an: „Wenn die Schüler die Fahrbahnmarkierung nicht erkennen können, helfe ich ihnen.“ Auch beim Rückwärtseinparken würde er nachsichtiger sein.

Weiter geht es für Jurke durch die vereiste Danziger Straße. „Hier in der Heese ist es ganz schlimm“, erläutert Krug. Alt- und Neuschnee seien nicht auseinander zu halten – an manchen Stellen könne es daher unerwartet glatt sein Die 16-Jährige ist wieder hochkonzentriert, während sie den Audi vorsichtig durch die Straße steuert. Lediglich die Fahrspur ist frei – ringsherum liegen Schnee und Eis. „Ausweichen ist hier nicht möglich“, sagt Krug zu seiner Schülerin. Dann lässt er sie das Lenkrad bis zum Anschlag nach links einschlagen – der Wagen fährt dennoch geradeaus. „Siehst du“, erklärt er dem erstaunten Mädchen, „du kommst aus den Spuren nicht heraus.“

Fahrstunden bei Schnee und Eis – sinnvoll oder nicht? Günter Brunotte, Kreisvorsitzender des Fahrlehrerverbands Niedersachsen, beantwortet diese Frage ebenfalls mit „Ja“. Soviel Feingefühl mit Kupplung und Bremse könne man nur im Winter erlernen. „Vor diesem Wetter sollte sich man sich einfach nicht so viel Panik machen“, sagt Krug dazu. Vorrausschauendes Fahren sei das A und O.

Auch Jurke ist nach der Fahrstunde zufrieden. Doch schon bald wartet die nächste Herausforderung auf sie: eine Autobahnfahrt in den Harz. Dann auf dem Programm: Steile Straßen, enge Kurven – und noch mehr Schnee.

Von Christian Uthoff