Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Desimo in Celle: "Mit anderen Mitteln spannend"
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Desimo in Celle: "Mit anderen Mitteln spannend"
13:58 18.08.2017
Von Jürgen Poestges
Desimo in Aktion: Mit so einer Yogamatte aus Bast lässt sich allerhand zauberhaftes machen. Quelle: Maike Helbig
Celle Stadt

CZ-Redakteur Jürgen Poestges sprach mit dem Comedy-Zauberer, der sich trotz seines Urlaubs an der Ostsee Zeit nahm, über sein neues Programm und sein Verhältnis zu seinem Publikum zu sprechen.

Für Sie als ein Künstler, der gerne den Kontakt zu seinem Publikum hat, ist doch „Kultur im Zelt“ eine gute Sache.

Ja, das stimmt. So ein Auftritt in einem Zelt ist von Haus aus immer ein wenig lockerer. Ich kenne die Atmosphäre aus Braunschweig. Die Leute sind entspannter, in der Halle ist alles ein bisschen offizieller. Das Zelt kommt mir entgegen. Und es ist der erste Auftritt nach meinem Urlaub. Ich freu mich drauf.

Wie kam die Idee zum aktuellen Programm?

Das war ehrlich gesagt ein langer Prozess. Ich arbeite bei der Entwicklung eines neuen Programms immer eng mit meiner Regisseurin Claudia Wehner zusammen. Wir überlegen uns, welche Themen im Moment aktuell sind. Es hat etwas länger gedauert, schließlich sind wir darauf gekommen: Wir alle klagen derzeit über Stress und Hektik, selbst in der Freizeit. Und so haben wir entschieden, wir sind in dieser Zeit der Hektik eine Oase der Ruhe.Wir behandeln das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln, ohne uns dabei Stress zu machen.

Wie suchen Sie die passenden Zaubertricks aus?

Naja, ich überlege, welche Tricks zu dem Thema passen könnten. Und es gibt zwei oder drei Dinge, die ich immer schon einmal machen wollte. Ich habe jetzt zum Beispiel eine Yoga-Matte aus Bast im Programm, mit der ich einige schicke Sachen mache.

Sie holen sich immer wieder Zuschauer auf die Bühne.

Genau. Ich bin dann nur der Moderator, die Magie wird von den Leuten selbst entwickelt. Das ist ein tolles Erlebnis, wenn den Leuten das klar wird. Es wird bei mir aber niemand veralbert. Ich möchte, dass das Publikum mit der Person auf der Bühne lacht, nicht über sie. Bei mir soll sich jeder wohlfühlen. Da braucht keiner Angst zu haben.

Wieviele Tricks haben Sie im Repertoire?

Oh, da muss ich wirklich überlegen. Ich denke, so vier Stunden würde ich schon füllen können. Es ist aber mit dem Zaubern so wie mit dem Fahrradfahren: Was man einmal konnte, verlernt man auch nicht mehr. Ich habe die älteren Tricks eigentlich immer schnell wieder präsent.

Täuscht der Eindruck, dass die Zauberer-Gemeinschaft ziemlich dicht hält, was die Tricks betrifft?

Ja, das täuscht allerdings. Es gibt in Wirklichkeit viele Verräter, vor allen Dingen im Internet. Aber wir nehmen das alles gar nicht so richtig wahr. Wir wollen uns die Magie und die Überraschung nicht nehmen lassen. Schließlich mögen wir das Geheimnisvolle und Unerklärliche gerne.

Woher bekommen Sie neue Tricks?

Es gibt Seminare und Kongresse, wo man sich austauscht und auch die ein oder andere Anregung bekommt. Mein Ziel ist es aber immer, jeder Nummer meinen eigenen Stil zu geben. Bei meiner Show reden wir aber nicht über solche Events wie bei David Copperfield oder den Ehrlich Brothers. Das ist toll, erfolgreich - aber eben auch groß, weit weg. Mein Abend ist intimer, persönlicher – und mit ganz anderen Mitteln spannend ...

Sie „nur“ als Zauberer zu bezeichnen, trifft es aber nicht ganz.

Nein, klar, ich zaubere natürlich, bin aber auch Comedian, Moderator und Kabarettist. Ich mag es, mein Publikum zu überraschen. Das größte Kompliment für mich ist, wenn die Leute erst mit Verzögerung klatschen. Soll heißen: Wenn sie sich zuerst wundern, und dann begreifen, was da gerade passiert ist. Das ist vor allen Dingen am Ende meiner Show so. Mehr wird aber nicht verraten.