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Celle Stadt Desimo in Celle: Volksmusik mit Mund vertonen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Desimo in Celle: Volksmusik mit Mund vertonen
17:27 02.09.2016
Das Duett „KaiRo“ in Aktion: Robeat (links) und Breakdancer Kai Eikermann unterhalten das Publikum in der CD-Kaserne. Quelle: Oliver Knoblich
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Ein Telefonat. Dann die Autofahrt. Tür auf, anschnallen, Motor starten. Die Geschichte erzählt der Beatboxer ohne Worte, nur mit Mund und Nase. Die Geräusche, die er dabei erzeugt, klangen real und dem gesamtem Publikum schwebte nur eine Frage im Kopf: „Wie macht er das nur?“ Als er dann eine Geschichte in den fünf Musikstilen Beat-Box, Hip-Hop, Balkan, Walzer und Volksmusik präsentierte, applaudierten die Celler begeistert. „Ich fand Robeat super, weil er die Töne und Songs ohne Instrumente erzeugen konnte. Wenn der eine Platte aufnehmen würden, würde niemand glauben, dass er nur seinen Mund und seine Nase benutzt hat“, sagte Anne Rebl, die Teil des Celler Publikums war.

Robeat war mit drei weiteren Künstlern Teil der vierten Mix-Show von Desimos Spezial-Club in Celle. Gastgeber Detlef Simon präsentierte am Donnerstagabend die Talente und unterhielt mit Zaubertricks und Geschichten aus dem Alltag.

Im Duett „KaiRo“ mit dem Breakdancer Kai Eikermann gab Robeat ein Konzert mit Beatbox und Didgeridoo. Zu Michael Jackson, vertont durch den Beatboxer, legte Eikermann sogar den „Moonwalk“ aufs Parkett. Aber auch solo überzeugte der Tänzer. Mit seiner Körperkomik und ausgefeilter Mimik zauberte er jedem im Publikum ein Lächeln aufs Gesicht.

„Wie alt ist ihr Kind?“ „Drei, wird vier.“ „Ist doch klar, dass es vier wird. Die Zeit schreitet voran. Man sagt doch auch nicht: 'Drei, war zwei.'“ Hennes Bender ging neben diesen etlichen Alltagsphänomenen wie der Stimme des Anrufbeantworters und speziellen Gesprächen mit Sekretärinnen auf den Grund. Schließlich überwand er in Celle sein Jugendtrauma und sang für eine Cellerin das Lied „Reality“ von Richard Sanderson.

Nach diesem musikalischen Highlight arbeitete Ole Lehmann die schauspielerische Qualität der Serie „family stories“ heraus. „GZSZ ist Hamlet dagegen“, sagte er. Außerdem erklärte er, warum Homosexuelle manchmal nasal reden – weil es Spaß macht.

„Die Show war humor- und anspruchsvoll. Es hat mir sehr gut gefallen, weil jeder Künstler seine Momente hatte“, erzählte Simone Blair, die zum ersten Mal Zuschauer des Spezial-Clubs war.

Wer auch einen Abend lang mit Desimo und seinen Gästen den Ernst des Lebens vergessen möchte, kann am 4. Februar 2017 den fünften Spezial-Club in Celle besuchen.

Von Marie Schiller