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Celle Stadt Deutlich mehr Kinder mit ADHS im Kreis Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Deutlich mehr Kinder mit ADHS im Kreis Celle
18:40 12.03.2015
Im Landkreis Celle waren Jungen häufiger von der ADHS-Diagnose betroffen als Mädchen: Ärzte schätzten hier 8,5 Prozent aller Jungen als krankhaft hyperaktiv ein – aber nur 2,9 Prozent aller Mädchen. Quelle: Julian Stratenschulte
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Im Landkreis Celle leiden immer mehr Kinder und Jugendliche unter dem sogenannten Zappelphilipp-Syndrom. Nach Information der DAK-Gesundheit hatten 2011 5,7 Prozent der fünf- bis 14-Jährigen eine Diagnose über die Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS). Im Vergleich zum Jahr 2008 bedeutet das einen Anstieg um 1,4 Prozentpunkte. Die Kasse beruft sich dabei auf repräsentative Daten aus dem im Dezember veröffentlichten neuen „Versorgungsatlas“ des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung. Erstmals sind darin ambulante Abrechnungsdaten aller gesetzlich Versicherten in Deutschland analysiert worden.

Im Landkreis Celle waren Jungen häufiger von der Diagnose betroffen als Mädchen: Ärzte schätzten hier 8,5 Prozent aller Jungen als krankhaft hyperaktiv ein – aber nur 2,9 Prozent aller Mädchen. „Eine starke Aufmerksamkeitsstörung macht den Alltag für die Betroffenen und für ihre Familien extrem schwer. Außerdem kann sie das Risiko für Depressionen, Süchte und Unfälle erhöhen“, erläutert Sascha Teifel, Chef der DAK-Gesundheit in Celle.

Gerade bei den Jungen ist nicht ausgeschlossen, dass der Anstieg beim Zappelphilipp-Syndrom zum Teil auch durch falsche Diagnosen verursacht wird. Der Versorgungsatlas der siebzehn Kassenärztlichen Vereinigungen verzeichnet starke regionale Unterschiede. Bundesweit liegt der Anteil der betroffenen Schüler bei 4,4 Prozent. In Thüringen und Bayern wird die Störung häufiger diagnostiziert, in Stadtstaaten wie Hamburg seltener. „Kinder sind in Großstädten sicher nicht ruhiger als auf dem Land“, so Teifel, „aber besonders zappelige Schüler fallen in kleinen Orten eher auf.“

Obwohl Ärzte etwas häufiger eine ADHS-Diagnose stellen als früher, gibt es keinen Anstieg bei den entsprechenden Medikamenten. Die Arzneimitteldaten der DAK-Gesundheit zeigen sogar einen Rückgang um 10 Prozent: 2013 hatten 2,5 Prozent aller DAK-Versicherten zwischen fünf und 14 Jahren mindestens eine Verordnung. 2011 waren es noch 2,6 Prozent. Ursache sind vermutlich die strengeren Arzneimittelrichtlinien. Seit 2010 dürfen allein Spezialisten für Verhaltensstörungen die Medikamente verordnen.

Von Fremdfotos / Texte Eingesandt