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Celle Stadt Deutsche Post gibt am heutigen Donnerstag neue Sondermarken heraus
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Deutsche Post gibt am heutigen Donnerstag neue Sondermarken heraus
10:35 11.02.2010
„Weltweite Sportereignisse“ Quelle: Fremdfotos / Texte Eingesandt
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Mit der Briefmarkenserie „Für den Sport“ unterstützt das Bundesministerium der Finanzen die Stiftung Deutsche Sporthilfe. Die zusätzlichen Erlöse fließen in die Förderung des Spitzen- und Leistungssports. Die Sporthilfe unterstützt damit jährlich 4000 Spitzen- und Nachwuchsathleten sowie 600 junge Talente in den Sportinternaten mit rund zwölf Millionen Euro. Die Briefmarkenserie „Für den Sport“ 2010 ist weltweiten Sportereignissen gewidmet. Sie besteht aus insgesamt vier Briefmarken. Nach den zwei Motiven, die jetzt erscheinen, werden am 8. April die beiden anderen Motive herausgegeben.

Winter-Paralympics: Die X. Paralympics finden vom 12. bis 21. März in Vancouver statt. Bis zu 600 Athleten kämpfen an zehn Wettkampftagen um Edelmetall. Dabei werden die Wettkämpfe an verschiedenen Orten ausgetragen: Wegen der beiden Austragungsorte, Vancouver und Whistler, sind die Athleten auch in zwei Paralympischen Dörfern untergebracht.

Olympische Winterspiele 2010: Bereits zum dritten Mal ist Kanada Gastgeber für olympische Wettkämpfe. Während der XXI. Olympischen Winterspiele vom 12. bis 28. Februar messen sich die besten Eishockeyspieler, Eisschnell- und Eiskunstläufer der Welt in Vancouver. In den Bergen werden die Ski-Wettbewerbe in Whistler ausgetragen. Die Maskottchen sind traditionellen Kreaturen der kanadischen Kultur nachempfunden und heißen Miga (ein mythischer Seebär), Quatchi (ähnelt dem Bigfoot) und Sumi (ein Fabelwesen mit Flügeln).

Sonderpostwertzeichen „Mensch ärgere Dich nicht“, Motiv: Situation beim Brettspiel

Für viele ist es das Spiel der Spiele und ein überaus erfolgreicher Klassiker, der über Generationen hinweg in den deutschen Wohnzimmern für Unterhaltung und Schadenfreude sorgte: „Mensch ärgere Dich nicht“. Der vor über 90 Jahren erfundene Spiel-Spaß mit den kleinen Würfeln und bunten Pöppeln hat es zu einer Auflage von mehr als 70 Millionen Exemplaren gebracht. Der Siegeszug dieses berühmten Bestsellers startete während des Ersten Weltkriegs. Der Münchner Angestellte Josef Friedrich Schmidt bastelte zur Beschäftigung seiner Kinder ein Spiel auf der Grundlage von „Eile mit Weile“ und „Ludo“. Er verzichtete auf taktische und strategische Finessen der Vorläufer und entwickelte so ein Würfelspiel, das auf einen schnellen Spielverlauf und das Hinauswerfen der Figuren angelegt war. Wirklich neu waren die einprägsame grafische Gestaltung und der originelle Titel. 1914 verschenkte Schmidt eine erste Auflage von 3000 Exemplaren an die deutsche Armee – aus Solidarität mit den Frontsoldaten, aber auch aus einer gewissen Verärgerung heraus: bis dahin wollte niemand seine Idee kaufen. Das änderte sich jedoch, als die deutschen Soldaten nach Kriegsende nach Hause kamen und ihr Gepäck auspackten. Darin steckte neben vielen Erinnerungen auch jenes „Mensch ärgere Dich nicht“, das fortan bei Familien in ganz Deutschland für fröhliche Spielrunden sorgte.

Sonderpostwertzeichen „Jüdischer Hochzeitsring Erfurt“ 1998 wurde bei Grabungen im jüdischen Viertel Erfurts unter dem Eingang eines romanischen Kellers ein großer Silber- und Goldschatz mit einem Gewicht von zirka 30 Kilogramm entdeckt. Er setzt sich aus über 3000 silbernen Münzen, 14 Silberbarren, silbernen Gefäßen und rund 700 Schmuckstücken sowie anderen wertvollen Objekten zusammen. Durch die Münzen kann die Niederlegung des Schatzes kurz vor die Mitte des 14. Jahrhunderts datiert werden. Damit fällt die Verbergung in die Zeit des urkundlich überlieferten großen Pogroms vom 21. März 1349, bei dem die gesamte jüdische Bevölkerung getötet oder vertrieben wurde.

Das bedeutendste Stück des Schatzes ist der jüdische Hochzeitsring aus dem zweiten Viertel des 14. Jahrhunderts, einer von nur drei erhaltenen Ringen dieser Art aus dem Mittelalter. Der Ring ist 4,7 Zentimeter hoch, besteht aus hochkarätigem Gold und setzt sich aus zahlreichen Einzelteilen zusammen. Die breite Ringschiene endet unten in zwei zusammengelegten Händen. Der Ring wurde nur zur Hochzeitszeremonie getragen und der Braut vom Bräutigam an den rechten Zeigefinger gesteckt.

Der Schatz ist Teil von Erfurts einmaligem Komplex an jüdischen Zeugnissen aus dem Mittelalter. Darunter ist der Hochzeitsring im weltweiten Kontext als einmalig einzuordnen.

Von Fremdfotos / Texte Eingesandt