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Celle Stadt Deutsche kochen in Matthäuskirche in Vorwerk nach original russischem Rezept
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Deutsche kochen in Matthäuskirche in Vorwerk nach original russischem Rezept
17:07 23.09.2013
Essen ist fertig: Noch einmal rührt Kochkurs-Teilnehmerin Diemut Gutzeit (links) mit Hilfe von Leiterin Katharina Helfenstein die Sauce um, dann kann das kasachische Nudelgericht serviert werden. Quelle: Martina Hancke
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Sieben Damen zwischen Mitte 40 und Ende 60 haben rund um den Tisch in der kleinen Gemeindeküche der Matthäuskirche in Vorwerk Platz genommen, jeder mit einem Brettchen und Messer bewaffnet. Es wird geschält und gepellt, zerkleinert und geschnipselt und vor allem viel gelacht, wenn der Russisch-Kochkurs des Familienzentrums Vorwerk zusammentrifft. Heute steht „Lagman“ auf dem Speiseplan, ein traditionelles Gericht aus dem kasachischen Raum mit Spaghetti, Rindfleisch und viel Gemüse.

„Meine Rezepte stammen aus verschiedenen Küchen bei uns: kasachische, georgische, usbekische, russische“, erzählt Katharina Helfenstein, die den Koch-Workshop seit zwei Jahren anbietet. Die 62-Jährige lebte in Kasachstan und kam 1990 nach Deutschland. Die Idee zum Kochkurs kam von ihren deutschen Nachbarn, die bei ihr zum Essen eingeladen waren: „Es gibt so tolle russische Gerichte – das musst du einfach mal weitergeben.“

Inzwischen leitet Helfenstein einen Morgen- und einen Abendkurs jeweils zweimal im Monat. Meist finden sich sechs bis sieben Frauen ein und bereiten typische Gerichte wie die Rote Beete-Suppe Bortsch zu oder Pelmeni, kleine Fleischteigtaschen, die Tortellini ähneln.

Ariane Kleister kocht seit April mit: „Das ist hier so eine nette und unkomplizierte Atmosphäre“, lobt sie. Für die 45 Jahre alte Mutter ist es besonders praktisch, dass auch ihre Kinder mitessen dürfen, die vormittags den benachbarten Kindergarten und die Schule besuchen.

„Gäste sind jederzeit herzlich willkommen“, bestätigt Helfenstein. „Sie müssen sich nur vorher anmelden, damit ich beim Einkauf richtig kalkulieren kann.“ Wer mitessen möchte, zahlt fünf Euro und darf sich an den gedeckten Tisch setzen. Fünfzehn Teller stehen heute parat.

„Die Einnahmen kommen dem Familienzentrum zu Gute“, betont Petra Kluske. Sie übernahm vor zwei Jahren die Leitung des Familienzentrums Vorwerk, das sich im ehemaligen Pfarrhaus im Bosteler Weg befindet. Neben dem Familienzentrum befindet sich auch das Pfarrbüro von Pastorin Antje Seelemeyer im Haus.

Auf vier Herdplatten brodelt es, die warme Luft in der kleinen Küche hat die Wangen rot gefärbt. Die Zubereitung geht in die heiße Endphase. Mittlerweile sind auch die Gastmütter mit ihren Kindern vom Kindergarten eingetroffen.

Erwartungsvoll und hungrig sitzen die Kleinen bereits am Tisch. Es ist kurz nach zwölf, als Katharina Helfenstein und ihre Co-Köchinnen die dampfenden Teller in den Essraum tragen. Mit einem „Guten Appetit“ wird probiert. „Mmmhh, köstlich“ ist die einhellige Meinung, und die Köchinnen nehmen ein wohlverdientes Lob für das Ergebnis in Empfang.

Wer den Kochkurs auch einmal besuchen will, erhält im Familienzentrum Vorwerk unter ☏ (05141) 930512 nähere Informationen.

Von Andre Batistic