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Celle Stadt "Dialog in Celle läuft überwiegend gut"
Celle Aus der Stadt Celle Stadt "Dialog in Celle läuft überwiegend gut"
19:34 28.11.2014
Von Jürgen Poestges
Celle Stadt

Die regionale Wirtschaft wünscht sich von der Politik mehr Verständnis für unternehmerische Belange. Hohe Strompreise werden als Belastung empfunden, Handlungsbedarf sehen die Unternehmer außerdem vor allen Dingen beim ÖPNV-Angebot und der Anbindung an das überregionale Straßennetz. Gerade noch befriedigend – Note 3,5 – ist die Note, die an die Region vergeben wird. 47 Prozent der Befragten würden die Region weiterempfehlen. „Es gibt Licht, aber auch einige Schattenseiten“, fasst Michael Wilkens, Leiter der Celler IHK-Geschäftsstelle, die Umfrage-Ergebnisse zusammen.

Dabei schneidet allerdings die Stadt – naturgemäß – besser ab. „67 Prozent der großen Unternehmen, die überwiegend in der Stadt zu Hause sind, würden die Region als Standort weiterempfehlen“, sagt Celles Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende. „Das macht deutlich, dass die Stadt der Motor der Region ist. Sie muss deshalb auch im Interesse des gesamten Kreises gestärkt werden.“

Landrat Klaus Wiswe kann die Benotung zum Teil nachvollziehen. „Schließlich ist die verkehrliche Situation nach wie vor unbefriedigend. Wir brauchen eine zusätzliche leistungsstarke Allerquerung – die Ortsumgehung Celle muss vollendet werden“, sagt Wiswe. Und wenn fast jeder zweite Befragte die Region weiterempfehlen würde, sei das ja auch ein gutes Zeichen.

Den Dialog mit der heimischen Wirtschaft sehen sowohl Mende als auch Wiswe positiv. „Das ist mein Eindruck, und die Rückmeldung vieler Firmen zeigt, dass der Dialog ganz überwiegend sehr gut läuft“, sagt der Landrat. Der Celler OB bestätigt, dass er sich in einer Vielzahl von Fällen erfolgreich für kleinere und größere Unternehmen einsetzten konnte. „Leider hat mir die Ratsmehrheit lange Zeit verwehrt, die Zuständigkeit für den Bereich Wirtschaft selbst wahrzunehmen. Erst seit November liegt das Ressort in meiner Verantwortung. Die Probleme der heimischen Wirtschaft können jetzt ungefiltert an mich herangetragen werden und ich kann schnell reagieren.“

Positiv hat sich laut Mende für die Bürger ausgewirkt, dass mit den Stadtwerken noch mehr Wettbewerb entstanden ist. „Das hat den Strompreis sofort sinken lassen.“ Ludger Benien von der Lachendorfer Firma Drewsen Spezialpapiere sieht den Handlungsbedarf in Sachen Strompreis zwar eher in der Bundespolitik. „Aber man muss auch vor Ort schon auf das Problem aufmerksam machen. Wir brauchen als Unternehmer eine Planungssicherheit.“ So müsse man zum Beispiel derzeit auch auf eigenproduzierten Strom noch die Umlage für die erneuerbaren Energien bezahlen. „Und wir leisten in diesem Bereich schon eine ganze Menge.“

Was die Firma Drewsen ebenso wie viele andere Unternehmen bedrückt, ist der Mangel an Fachkräften. „Für die unmittelbare Attraktivität des Arbeitsplatzes sind die Unternehmen verantwortlich“, meint Wiswe. Für ordentliche Verkehrsanbindungen, attraktives Bauland, gute Schulen, wohnortnahe und flexible Kinderbetreuungsangebote, Sport- und Kulturangebote trage aber die öffentliche Hand die Verantwortung. „Ich glaube, dass wir hier auch einiges vorweisen können.“

Im städtischen Rathaus überprüft man derzeit Maßnahmen zur Fachkräftesicherung und -akquisition. Mende: „Die Wirtschaftsförderung wird einen Willkommens-Service für neue Berufstätige und deren Angehörige aufbauen. Die Menschen sollen sich schnell wohlfühlen und sesshaft werden.“