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Celle Stadt Die Ausstellung „Otto Piene – A Better World“ ist im Kunstmuseum Celle zu sehen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Die Ausstellung „Otto Piene – A Better World“ ist im Kunstmuseum Celle zu sehen
15:57 10.11.2017
Ausstellungseröffnung Otto Piene - A Better World im Kunstmuseum Celle Quelle: David Borghoff
Celle

Mit „Otto Piene. A Better World“ erinnert das Celler Kunstmuseum – unter anderem mit ausgesuchtem Foto- und Filmmaterial (zur Verfügung gestellt unter anderem von der Enkelin Anna-Katharina Piene) – nicht nur an wegweisende Sky Art Projekte des deutschen Lichtkunstpioniers. Auch die beiden ersten norddeutschen Sky Art Events, die Piene 2001 in Hannover und Celle durchführte, gehören dazu. Die Kuratorin der Ausstellung – Juliane Otto, unterstützt von Martina Löhle – richtet den Fokus ganz gezielt auf die Entwicklungskraft visionärer Ideen und daraus entstandener Konzepte, die Otto Piene sein gesamtes Schaffen hindurch verfolgte, und die beispielhaft in seiner Sky Art zum Ausdruck kommen.

Zugang zu den Ideen dahinter ermöglichen die 25-teilige Grafikmappe „Sky Art“ und das Künstlerbuch „More Sky“ – beide sind ebenfalls Teil der Ausstellung. „Ja, ich träume von einer besseren Welt“, hat Piene 1961 sein ZERO-Manifest „Wege ins Paradies“ überschrieben. Die ganzheitlich angelegte Ausstellung soll zeigen, dass er nach diesem Lebensplan stets auch gehandelt hat und in seiner Kunst umsetzen wollte.

„Hinter Pienes Werken steht eine große Idee“, so Julia Otto. „Er wollte eine Kunst entwickeln, die Licht in die Welt bringt. Eine Kunst, die Menschen verbindet. Eine Kunst, in der Mensch, Natur und Technik zu einem friedlichen Ganzen finden. Damit reicht sein Schaffen weit über den eigentlichen Kunstkontext hinaus. Im Rückblick zeigt sich die große Konsequenz, mit der er die in den 1960er Jahren formulierten Pläne und Konzepte verfolgte, bis zu seinem Tod im Sommer 2014.“

Auch Zeit – und Augenzeugenberichte ergänzen die Ausstellung – unter anderem von Hannovers ehemaligem Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg und seiner Frau. Aufbereitet klingt das so: „Alle Zeichen stehen auf Sturm: Heftige Böen, Windstärke 8, rütteln in der Nacht zum 11. September an Helfern und Ausrüstung. Bei schwerem Wetter machen sich 180 Bundeswehrsoldaten, ein Team aus Wissenschaftlern und Assistenten und ein Künstler im Steigflug seiner internationalen Karriere an die Vorbereitung einer monumentalen Himmelsskulptur…“. ZERO-Künstler Otto Piene war beauftragt, zur Abschlussfeier der Olympischen Spiele 1972 in München einen gigantischen leuchtenden Regenbogen aus fünf 470 m langen, heliumgefüllten Polyäthylenschläuchen über dem Stadion aufsteigen zu lassen. Das Ereignis ist auch filmisch dokumentiert. Trotz des Terror-Anschlags im olympischen Dorf wenige Tage zuvor, fand die Aktion statt – als Symbol der Hoffnung und des Friedens vielleicht gerade besonders bedeutend.

Von Doris Hennies