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Celle Stadt "Die Celler Jugend auszuladen ist der falsche Weg"
Celle Aus der Stadt Celle Stadt "Die Celler Jugend auszuladen ist der falsche Weg"
15:17 24.01.2017
Schüler der Klasse 9c der Realschule Burgstraße präsentieren am 19. Mai 2009 die Ergebnisse ihrer Umfrage vor dem städtischen Jugendhilfeausschuss Foto: Kristin Rös Quelle: nicht zugewiesen
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Angeschoben wurde das Thema, weil der Ausschuss seine Satzung an die Kommunalverfassung anpassen muss. "Wir sind an geltendes Recht gebunden", betont Klaus Didschies (CDU). "Wir müssen reparieren, was vom Gesetz her nötig ist." Konkret geht es um die Personenzahl im Ausschuss, die für 10 oder 15 Mitglieder vorgesehen ist. Doch der Jugendhilfeausschuss hat momentan zwölf Mitglieder. "Wir wollen einen Zehnerausschuss", sagte Didschies und bemängelte, dass die Struktur des Ausschusses prinzipiell "nicht jugendgerecht" sei.

Es sei der falsche Weg "Jugendliche auszuladen", betont Inga Marks (SPD). "Das ist kein glückliches Zeichen an die Jugend." Deshalb solle das Vorschlagsrecht in der Satzung bestehen bleiben. "Damit zeigen wir, dass wir nach wie vor dabei sind, jemanden zu suchen."

"Je mehr Mitglieder wir im Ausschuss haben, um so kritischer wird es. Wir begeben uns damit auf wackeliges Eis", erklärte Stadtrat Stephan Kassel (SPD). Außerdem versuchte er, Illusionen zu nehmen. "Wir kriegen die hier nicht dauerhaft an den Tisch. Wir sollten uns stattdessen überlegen, wie wir unsere Jugendfragestunde zu Beginn mit Leben füllen können", so Kassel. Bei engagierten Jugendlichen treffe man nicht auf pures Desinteresse, doch der Nachwuchs wolle ernst genommen werden.

Hoffnung macht den Ausschussmitgliedern das Projekt „Demokratie leben“ der CD-Kaserne. Denn im Rahmen des Projektes wurde ein Jugendforum gegründet, in dem Belange der Jugendlichen thematisiert und gegebenenfalls in weitere Gremien eingebracht werden können. Die Stadtverwaltung steht bereits mit dem Jugendforum in Kontakt.

Gleichstellungsbeauftragte Rosemarie Lüters schlug vor, die dort engagierten Jugendlichen eine Zeit lang persönlich zum Ausschuss einzuladen, damit sie ich die Arbeit eingebunden werden und das Regelwerk kennenlernen können.

Auch Behiye Uca (Linke/BSG) will den Weg in den Ausschuss nicht versperren. Sie bot an, den Tagesordnungspunkt zu verschieben und die rechtliche Prüfung in Hannover über die mögliche Größe des Ausschusses abzuwarten: "Vielleicht findet sich noch etwas zusammen."

Die Interessen Jugendlicher sind durchaus im Ausschuss vertreten. So kommen zwei der beratenden Mitglieder mit Stimmrecht aus dem Bereich der Jugendarbeit. Der Stadtjugendring hatte sich Ende August 2015 aufgelöst. Seitdem wurde an dessen Stelle der Kreisschülerrat um Vorschläge gebeten.

Von Dagny Rößler