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Celle Stadt „Die Feisten“ begeistern mit Nussschüsselblues in Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt „Die Feisten“ begeistern mit Nussschüsselblues in Celle
16:30 19.12.2016
Celle Stadt

Auf der Bühne gaben sich die aus Göttingen stammenden Musiker als recht unterschiedliche Typen: Zeh (Künstlername „C.“) trat als cooler Typ auf und übernahm mit seiner hellen Stimme den Leadgesang. Zuweilen spielte er auch ein Saiteninstrument oder schlug den Rhythmus auf einer Cajón-Box.

Schacht dagegen war mit seinen Gitarren und anderen Instrumenten wie einer Mandoline für die Begleitmusik zuständig und unterlegte Zehs Gesang mit einer zweiten Stimme, zumeist im Stil eines A-Cappella-Basses. Darüber hinaus führte er mit einer unterhaltsamen Moderation durch das Programm.

Bei manchen Songs ließen die beiden die Instrumente auch ganz weg und sangen a cappella. Der Reiz des Auftritts lag in der Kombination von anspruchsvoller Begleitmusik und zweistimmigem Gesang. Doch die Musik spielte gar nicht die zentrale Rolle, sondern die teils ironischen, teils skurrilen Texte ihrer „Song-Comedy“.

Das erste Lied des Abends war allerdings eher charmant und clever, denn damit begrüßten sie nicht nur ihr Publikum. „Dass ihr nicht zuhause auf dem Sofa liegt, macht euch bei uns beliebt.“ Sie hatten auch Hinweise in den Text eingebaut wie den, das Smartphone bitte auszuschalten.

Nach dem „Nussschüsselblues“ hatten die Musiker ihr Programm benannt. Und der war für den Auftritt typisch, denn er stellte die wirklich wichtigen Fragen: Wenn in einer Kneipe eine Nussschüssel auf der Theke steht, soll man dann der Verlockung nachgeben – oder besser nicht, weil man nicht weiß, ob schon jemand mit ungewaschenen Händen in die Schüssel gefasst hat?

Beim letzten Lied vor der Pause wurde deutlich, dass viele der Zuschauer nicht zum ersten Mal ein Konzert der beiden Musiker besuchten. Minutenlang sangen sie fröhlich und textsicher den Refrain eines Liedes mit, der einst „Ganz schön Feist“ bekannt gemacht hatte: „Es ist gut, wenn du weißt, was du willst.“

Auch im zweiten Teil unterhielten Zeh und Schacht ihr Publikum bestens mit Liedern über „Gammelfleisch-Partys“, die ältere Menschen besuchen würden, und persiflierten den deutschen Schlager. Wie sie zwischendurch bekanntgaben, werden „Die Feisten“ im Jahr 2017 den Deutschen Kleinkunstpreis für ihren „heiteren Spott“ und ihr „paradoxes Weltverständnis“ erhalten. Ein begeistertes Publikum quittierte das mit einem Riesenapplaus.

Von Peter Bierschwale