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Celle Stadt Die Hohe Kunst der Sterneküche: Militärkoch lernt im Fürstenhof
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Die Hohe Kunst der Sterneküche: Militärkoch lernt im Fürstenhof
16:59 26.02.2010
Celle Stadt

Wyatt, dessen Vater und Bruder gelernte Köche sind, kam vor 22 Jahren nach Deutschland. Wegen seiner guten Deutschkentnisse wurde er als erster Soldat in Deutschland für das Projekt „Chef in the Community“ (etwa: Koch in der Gemeinde) ausgewählt. Das Projekt soll Soldaten die Gelegenheit geben, Erfahrungen in einer deutschen Sterne-Küche zu machen.

„In der Kaserne kochen wir eher wie in einer Kantine“, berichtet Wyatt, „Wir müssen täglich etwa 300 bis 500 Leute versorgen. In den letzten zwei Jahren habe ich mich allerdings mit der Verwaltung beschäftigt. Deswegen hat es mir auch besonderen Spaß gemacht, wieder in der Küche zu arbeiten.“

Mit der Sprache hatte er dabei keine Probleme. „Es gibt natürlich ein paar seltsame Namen, die ich nicht kannte und manchmal muss ich auch einmal nachfragen, aber es hat sonst gut geklappt.“

Auch mit den Ansprüchen eines Sternerestaurants kam der Koch gut zurecht. „Ich kenne den groben Ablauf durch die Veranstaltungen im Lager oder Wettbewerbe. Zwar benutzen wir im Lager normalerweise nicht so teure Zutaten wie die Trüffel, die hier im Restaurant verwendet werden. Wir achten bei den Mahlzeiten darauf, unsere Männer gesund und bei Kräften zu halten. Und unsere Standards sind sicher etwas unter denen im Restaurant. Aber wir müssen auch hochwertiges Essen produzieren.“ Dank des Praktikums im Celler Hof konnte Wyatt nützliche Erfahrungen sammeln, die er in Zukunft gut gebrauchen kann.

Seine Dienstzeit ist bald zu Ende, dann wird er weiter kochen - wieder beim Militär. An Interviews kann er sich aber schon gewöhnen, denn für die kommende Woche haben sich Radio Antenne und ein Fernsehteam des englischen Armee-Senders BFBS angekündigt.

Sergeant Chris Wyatt (rechts) lernt unter den Augen von Küchenchef Hans Sobotka den Restaurantbetrieb kennen. Foto: Volkmer

Von Wiebke Quader