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Celle Stadt Die Messe ist gelesen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Die Messe ist gelesen
16:30 02.03.2012
Celle Stadt

In einigen Celler Hotels sind schon fast alle Betten belegt - kein Wunder, am 6. März beginnt in Hannover die CeBit und viele Besucher der Computermesse wollen die Abende, nachdem sie auf dem weltweit wichtigsten Ereignis der digitalen Industrie waren, entspannt in der Residenzstadt ausklingen lassen. Viele davon sind Stammgäste, die Jahr für Jahr wiederkommen. Sie suchen vor allem die Ruhe. Denn wer ein spezielles Angebot zur Abendgestaltung erwartet, ist hier falsch. Oder er muss sich selber darum kümmern.

Wie bereiten sich die Celler Hotels im Stadtgebiet auf den Ansturm der Messebesucher vor? Fast gar nicht. Das hat eine CZ-Umfrage ergeben. Auf die Frage, ob sie den Gästen einen besonderen Service bieten, antworteten die meiste mit: nein. Ausnahmen sind das Celler Tor in Groß Hehlen und der Fürstenhof in Celle. Im Celler Tor werden beispielsweise die Frühstückszeiten verlegt, damit die Standbetreuer mit vollem Magen auf dem Messegelände ankommen. Außerdem wird ein Shuttleservice angeboten, der die Gäste zur Messe fährt. „Ein bisschen flexibel muss man natürlich sein. Die Gäste sollen sich wohlfühlen und wiederkommen“, sagt Hotelchefin Susanne Ostler. Ein besonderes Unterhaltungsprogramm gebe es aber nicht. „Dazu ist das Interesse einfach zu gering.“ Das sehen viele andere Hotels ähnlich. Der Fürstenhof bietet seinen Gästen einen Konzertservice, vermittelt Karten und Fahrdienst. „Für unsere Messegäste bieten wir zusätzlich einen Wäscheservice an“, sagt Hotelchef Ingo Schreiber. „Wer abends ins Hotel kommt und morgens wieder früh los muss, der braucht frische Wäsche.“ Außerdem gibt es einen Shuttleservice zum Messegelände. Allerdings gehören sie das Celler Tor und der Fürstenhof auch zu den Hotels der gehobenen Klasse, die in der Messezeit in der Regel ausgebucht sind.

Aus anderen Hotelbetrieben ist dagegen immer wieder zu hören, dass die Bettennachfrage zurückgegangen sei und sich die meisten Messegäste eher für einen kürzeren Zeitraum einquartieren. Oder sie bleiben gleich in Hannover, auch wegen des abwechslungsreichen Abendangebots in der Stadt. In vielen Celler Hotels gibt es daher häufig nur einen zusätzlichen Obstkorb.

Ähnlich sieht es bei den Gastronomen aus. Auch hier macht sich die Computermesse kaum bemerkbar. Die Gäste scheinen das Angebot an Speisen nicht zu nutzen, nur wer besondere Speisen anbietet kann an den Hotelgästen verdienen. So bietet die Bierakademie eine Celler Spezialität - die rohe Roulade - an, die einen guten Absatz findet. „Das merken wir dann schon am Umsatz, denn die Gäste essen ja nicht nur, sie trinken auch ein, zwei Bier dazu“, sagt Inhaberin Gisela Harder. Die meisten Lokalitäten in der Innenstadt gehen bei dem möglichen Geschäft mit den Messegästen aber leer aus. Ein paar mehr Leute, die abends an der Bar ein Getränk bestellen, steigern den Umsatz kaum.

„Vor einigen Jahren war es bei uns in der Messewoche proppenvoll, heute kommen nur noch ein paar vereinzelte Gäste“, sagt Andreas Schatthauer, Besitzer des gleichnamigen Restaurants, stellvertretend. Es sieht so aus, als würde das Messeleben kaum noch in der Residenzstadt stattfinden.

Von Tanja Rother