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Celle Stadt Die Welfen und der Krieg: Führung am 22. Mai
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Die Welfen und der Krieg: Führung am 22. Mai
14:06 06.05.2014
Georg Wilhelm, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg.
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„Für frühere Herrscher waren Gemälde Propagandamittel: Wie stelle ich mich nach außen dar?“, sagt Michael-Andreas Tänzer, Initiator des Arbeitskreises Hannoversche Militärgeschichte und anerkannter Spezialist auf dem Gebiet. In seiner Führung durch den militärgeschichtlichen Teil der Ausstellung am 22. Mai, 18 Uhr, mit dem Titel „Schlacht an der Konzer Brücke“ und zwei weiteren Terminen im Juli und August wird der Experte die Situation in Europa vor der Thronbesteigung Georgs I. 1714 beleuchten und die Rolle der Welfen erläutern.

„Krieg war für kleinere Fürstentümer eine Möglichkeit, sich innerhalb Europas zu profilieren“, so Tänzer. Sie „vermieteten“ ihre Söldnerarmeen an größere Kriegsherren, unter anderem an den Kaiser. „Letztendlich hat Georg Wilhelm durch den Einsatz seiner Truppen die Grundlage geschaffen, um europapolitisch wahrgenommen zu werden“, erklärt der Hannoveraner Jurist die damalige Strategie.

Die Schlacht um die Konzer Brücke war für die Welfen von besonderer Bedeutung, da gleich drei Familienmitglieder auf Seiten des Kaisers gegen Ludwig XIV. von Frankreich kämpften: Georg Wilhelm, sein Bruder Ernst August, Osnabrücker Fürstbischof, und dessen Sohn Georg Ludwig, der spätere Georg I.

In seinen Führungen und Vorträgen, die Tänzer seit rund 15 Jahren für das Bomann-Museum abhält, berücksichtigt der Experte auch die Sicht von Zeitzeugen: „Es gibt Tagebücher von damals, die das Soldatenleben schildern und die Empfindungen der Betroffenen wiedergeben.“ Nicht zuletzt die einfließenden Zitate geben seinen Vorträgen eine ganz besondere Note.

Von Martina Hancke