Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Die Welt durch die Alkohol-Brille
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Die Welt durch die Alkohol-Brille
16:48 28.11.2017
Von Jürgen Poestges
Quelle: Oliver Knoblich
Celle Stadt

„Klarsicht“ heißt das Projekt von Stadt, Landkreis, Psychosomatischer Beratungsstelle und Polizei, bei dem Schüler der Jahrgangsstufe 10 ihre jüngeren Mitschüler über die Risiken von Alkohol oder Tabak informieren. „Ganz wichtig ist uns dabei, nicht den Zeigefinger zu heben und zu sagen, das darf man nicht, das ist gefährlich“, erklärt Frauke Ristau, zuständig für Suchtprävention im Fachdienst Jugendarbeit der Stadt Celle. „Wir haben die älteren Schüler im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft über drei Tage in jeweils vier Stunden als Moderatoren geschult, und ich finde, sie machen das wirklich sehr gut.“ Und ihr Kollege Thomas Jacob ergänzt: „Wir wollen nicht belehren, sondern Wissen vermitteln.“

Es war ein Parcours von fünf Stationen zu durchlaufen. Am besten gefiel der „Drunk-Buster“. Mit Brillen wird simuliert, wie sich das Blickfeld verändert, wenn man mit 0,8 bis 1,5 Promille Alkohol im Blut unterwegs ist. Da wurde getorkelt, vergeblich versucht, einen Ball zu fangen, oder Münzen in einem kleinen Becher zu sammeln.

In der „Talkshow“ entwickelt die Gruppe selbst eine Problemsituation, für die sie gemeinsam eine Lösung sucht. In der Station „Images“ haben sich die Jugendlichen mit den Botschaften von Werbung auseinandergesetzt. Die „Bodenbilder“ zeigen anschaulich, wieviele Schachteln Zigaretten zusammenkommen, wenn man eine am Tag raucht und was das kostet.

„Alles im blauen Bereich“ dreht sich um das Thema: Mehr Alkohol im Schnaps oder in alkoholhaltigen Mixgetränken? Wieviel Alkohol versteckt sich in einem Mixgetränk?

„Ist es in Ordnung, wenn man mit unter 16 Jahren schon Alkohol trinkt?“ war die Frage, die zu Beginn beantwortet werden sollte. „Ja“, „Nein“, Vielleicht“ – diese drei Möglichkeiten gab es. Vor dem Parcours sagten fünf Schüler „Ja“. Danach sagten fünf Schüler „Vielleicht“ und keiner „Ja“. Also hat das Projekt offensichtlich Wirkung gezeigt.

Der „Klarsichtparcours-Koffer“ bleibt jetzt in der Schule. „Wir hoffen, dass das Projekt hier im Hölty fortgesetzt wird“, sagt Frauke Ristau.