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Celle Stadt "Die Zivilcourage funktioniert"
Celle Aus der Stadt Celle Stadt "Die Zivilcourage funktioniert"
17:04 21.02.2012
Von Oliver Gatz
Celle Stadt

Bei der Kriminalität im Landkreis Celle hat sich der positive Trend der vergangenen Jahre auch in 2011 fortgesetzt. „Wir verzeichnen bei den Straftaten einen deutlichen Rückgang“, sagte der Leiter der Polizeiinspektion Eckart Pfeiffer bei der Vorstellung der Zahlen. „Zugleich haben wir die höchste Aufklärungsquote, die in der Polizeiinspektion Celle je registriert wurde.“ Sein Fazit: „Stadt und Landkreis sind sicherer geworden.“ Allerdings zeigte sich Pfeiffer besorgt über die hohe Zahl an Wohnungseinbrüchen. Er appellierte an die Bürger, die Präventionsangebote der Polizei wahrzunehmen.

Im Vergleich zu 2010 ist Zahl der Wohnungseinbrüche im Landkreis von 375 auf 387 gestiegen. Gleichzeitig nahm die Aufklärungsquote deutlich zu: Sie stieg von 20,27 Prozent auf 30,49 Prozent und lag damit 2011 über dem Landesdurchschnitt.

„Der Bereich Wohnungseinbruchsdiebstahl wird für uns ein Thema bleiben“, sagte Pfeiffer. Um den Tätern das Leben schwer zu machen, zeigt die Polizei an bekannten Brennpunkten mehr Präsenz. Streifenbeamte beobachten Wohngebiete, machen die Bürger auf Schwachstellen wie gekippte Fenster aufmerksam und werben für den kostenlosen Informationsservice der Polizei, die eigenen vier Wände sicherer zu machen.

Seit drei Jahren ist die Zahl der registrierten Straftaten im Landkreis rückläufig. Waren es 2009 noch 15.424 Fälle, lag die Zahl 2010 nur noch bei 13.301. Im vergangenen Jahr sank sie weiter auf 12.191 - ein Rückgang zum Vorjahr von 8,3 Prozent. Gleichzeitig stieg die Aufklärungsquote von 2010 auf 2011 von 59,60 Prozent auf 61,98 Prozent. Damit schneidet der Landkreis Celle besser ab als das Land Niedersachsen und das Gebiet der Polizeidirektion Lüneburg, zu der acht Landkreise gehören. Statistisch betrachtet kamen im Kreis Celle im vergangenen Jahr 6830 Straftaten auf 100.000 Einwohner.

Erfreulich ist die Tendenz insbesondere bei der Straßenkriminalität. Dazu zählen Sachbeschädigung, Diebstahl, Raub, Vergewaltigung und Körperverletzung. Hier sank die zahl der Straftaten im Vergleich zu 2010 von 3460 auf 3198 – ein Minus von 7,6 Prozent. Die Polizei registrierte auch acht Prozent weniger der sogenannten Rohheitsdelikte, also Körperverletzung, Raub, Nötigung und Bedrohung. Hier spiele häufig übermäßiger Alkoholkonsum eine Rolle, erläuterte Pfeiffer.

Die rückläufige Zahl der Straftaten führt die Polizei auf eine Erhöhung ihrer Präsenz zurück. „Die Täter wissen, dass wir sie kennen und sie ansprechen“, sagte die Leiterin des Zentralen Kriminaldienstes, Christine Reinert. „Sie haben dadurch mehr Bedenken, Straftaten zu begehen.“ Zudem habe sich gezeigt, dass es sowohl in Celle als auch im Landkreis viele wachsame Bürger gebe. „Die Zivilcourage funktioniert“, betonte Reinert.

Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei 333 Fälle schweren Diebstahls aus Fahrzeugen, 2010 waren es noch 409 Straftaten. Die Aufklärungsquote sank allerdings von 21,8 Prozent auf 20,7 Prozent. Die Zahl der Fahrraddiebstähle ging von 1324 auf 1215 zurück. Zwar stieg die Aufklärungsquote im Jahresvergleich von 15,9 Prozent auf 18,2 Prozent, bleibt aber auf niedrigem Niveau. „Man klärt das relativ schwer auf“, räumte Pfeiffer ein. Die Polizei setzt auf Aufklärung. Händler sollen den Käufern erklären, wie ein Rad sicher abgeschlossen werden kann. Außerdem warb Pfeiffer für die Internetseite www.speichenkommissar.de, wo man sein Fahrrad registrieren lassen kann.

Rückläufig ist auch die Jugendkriminalität. Sie sank von 1119 Straftaten auf 1047. Ähnlich sieht es bei der Computerkriminalität aus. Dazu zählen Betrug, Ausspähen von Daten und Software-Piraterie. Die Zahl der Straftaten ging von 144 auf 101 zurück. Pfeiffer sprach sich für eine Vorratsdatenspeicherung aus: „Das ist ein Mittel, das die Polizei dringend braucht.“

Der Widerstand gegen Polizisten hat hingegen zugenommen. Die Zahl der Straftaten stieg von 39 auf 43. Dadurch fielen Beamte 2011 für 40 Tage aus. Im Vorjahr waren es nur neun Tage.