Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Diebstahl und Mobbing im Altenheim
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Diebstahl und Mobbing im Altenheim
13:54 16.12.2011
Von Oliver Gatz
Celle Stadt

In einem Celler Altenheim hat eine Mitarbeiterin eine Heimbewohnerin bestohlen. Die Tat ereignete sich am 6. Oktober vergangenen Jahres. Bei dem Diebesgut handelte sich um ein blaues Body-Shirt. Eine andere Beschäftigte des Heims hatte den Klau beobachtet und bei der Polizei Anzeige erstattet. Es kam schließlich zum Strafprozess am Celler Amtsgericht, der allerdings wegen der geringen Schuld der Angeklagten Anfang Dezember eingestellt wurde. Seit der Anzeige gegen ihre Kollegin fühlt sich die Zeugin von der Täterin gemobbt.

Erst einige Monate nach der Tat erstattete die Mitarbeiterin des Heims, die den Diebstahl beobachtet hatte, Anzeige bei der Polizei. In dem Strafverfahren trat auch eine Kollegin als Zeugin auf, die die Version der Frau untermauerte. Die Angeklagte bestritt den Diebstahl. Fünf weitere Zeugen, die das Gericht geladen hatte, konnten nichts zur Aufklärung des Sachverhaltes beitragen, teilte ein Sprecher des Amtsgerichts mit.

Angesichts des relativ niedrigen Wertes des Diebesgutes und der Tatsache, dass die Angeklagte nicht vorbestraft war, stellte die Strafrichterin das Verfahren ein. Dafür hatten sich Verteidigung wie auch Staatsanwaltschaft ausgesprochen. Dass sich die Zeugin von der Beschuldigten gemobbt fühlt, sei nur am Rande der Verhandlung angesprochen worden, so der Sprecher. Dies sei nicht Gegenstand des Verfahrens gewesen.

Die Einstellung des Verfahrens wegen geringer Schuld bedeutet, dass die Richterin durchaus eine Schuld festgestellt hat. Rechtsmittel gegen diesen Einstellungsbeschluss gibt es nach Angaben des Gerichtssprechers nicht.

Wie aus Kreisen des Altenheims verlautete, leidet die Zeugin nun unter den Folgen ihrer Anzeige. Sie fühlt sich schikaniert. Die Täterin ist weiterhin in der Einrichtung beschäftigt. Sie ist in den Betriebsrat nachgerückt und genießt damit einen besonderen Kündigungsschutz. Nach der Anklageerhebung hatten Heimleitung und Geschäftsführung die Kündigung ausgesprochen. Der Betriebsrat lehnte diese jedoch ab. Eine Kündigung hätte jedoch über einen Gerichtsbeschluss erwirkt werden können, hieß es. Doch dies sei aus Unkenntnis nicht erfolgt.

Das sei ein „Stück aus dem Tollhaus“ und „menschlich katastrophal“, hieß es aus der Heimführung. Dort hat man kein Verständnis für die Entscheidung des Gerichts, das Verfahren einzustellen, spricht von einem falschen Signal und ist empört darüber, dass die Mitarbeiterin, die Anzeige erstattete, wegen ihres korrekten Verhaltens nun leiden müsse.

Dem Vernehmen nach soll die beschuldigte Mitarbeitern auf einem zufälligen Tonbandmitschnitt ihre Tat zugegeben haben. Dieses Band gilt jedoch nicht als Beweismittel vor Gericht. Zudem soll die Frau weitere Dinge aus dem Heim entwendet haben. Diese Taten waren aber nicht Gegenstand der Gerichtsverhandlung. Angesichts neuer Zeugen erwägt die Heimführung, gegen die Diebin eine neue Kündigung auszusprechen.