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Celle Stadt Dienstreisen: Auch die Kleinen wollen mal mit
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Dienstreisen: Auch die Kleinen wollen mal mit
15:28 13.08.2010
Von Michael Ende
Celle Stadt

CELLE. „I like to be in America“ – dieser Song aus dem Musical „West Side Story“ mag in den Hinterköpfen von Mitgliedern von Celles kleinen Ratsfraktionen anklingen, wenn sie beobachten, wie einige Mitglieder der großen Fraktionen ihre Koffer packen: Sie reisen vom 19. bis 23. September nach Tulsa/Oklahoma.

Die amerikanische Metropole hat neben Celles Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD) und dessen Frau Brigitte fünf weitere Celler Vertreter eingeladen. Tulsas neuer Bürgermeister, Dewey F. Bartlett Jr., will sich vorstellen, außerdem gibt es ein „Special Event“ zu feiern. Fünf Partnerschaften Tulsas haben Jubiläum: 10 Jahre Celle; 30 Jahre San Luis Potosi (Mexico) und Kaohsiung (Taiwan); 20 Jahre Tiberias (Israel); 5 Jahre Amiens (Frankreich). Weiterhin wird zu einem „Economic Round Table“ – einem Gespräch der jeweiligen Wirtschaftsexperten eingeladen.

Die Celler Delegation werde aus CDU-Ratsfrau Karin Hogenkamp, ihrem SPD-Kollegen Jürgen Rentsch sowie aus dem Rathaus Mendes persönliche Referentin Susanne Lau, Susanne McDowell als Betreuerin der Partnerschaft und Wirtschaftsförderer Thomas Faber bestehen. Die Unterbringung bezahlen die Amerikaner, die Flugkosten von pro Person 1200 Euro der Celler Steuerzahler. „Das Ticket für meine Frau bezahlen wir privat“, betont Mende.

80000 Euro stellt die Stadt jährlich für derlei Dienstreisen bereit – besonders Grüne und WG würden auch gerne einmal in den Genuss eines Freifluges kommen. Mendes Vorgänger Martin Biermann (CDU) habe stets darauf geachtet, bei Delegationsreisen auch die kleinen Fraktionen einzubinden, sagt Grünen-Fraktionschef Bernd Zobel. „Es geht darum, dass allen Ratsfraktionen – nicht nur den beiden großen Fraktionen – die Gelegenheit gegeben wird, unsere Stadt und ihre Bürger in den Partnerstädten zu repräsentieren“, sagt der ehemalige CDU-Ratsherr Frank Pillibeit, der mittlerweile zweites Mitglied der WG-Fraktion ist. Er regt ein Rotationsverfahren für „Kleine“ an. Mende: „Wir müssen überlegen, wie wir künftig damit umgehen.“