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Celle Stadt Digitale Gewalt im Internet
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Digitale Gewalt im Internet
15:02 20.11.2018
Wer im Alltag ausgegrenzt wird, wird auch leichter in sozialen Netzwerken zum Opfer von Mobbing. Quelle: Silvia Marks
Celle

Moritz Becker von „Smiley – Verein zur Förderung der Medienkompetenz e.V“ ist einer der Referenten des Fachtages des Celler Runden Tisches gegen häusliche Gewalt, der am Donnerstag, 22. November, unter dem Thema „Digitale Gewalt“ steht. Er und seine Kollegen besuchen jedes Jahr rund 1100 Schulklassen, um mit Schülern über die Nutzung sozialer Medien zu diskutieren. Im Interview spricht Becker über Ursachen und Präventionsmaßnahmen seelischer Gewalt im Internet.

Wie äußert sich seelische Gewalt in sozialen Netzwerken?

Generell geht es bei seelischer Gewalt sowohl offline als auch online häufig darum, dass Menschen in irgendeiner Form erniedrigt, beleidigt oder vorgeführt werden. In sozialen Medien kommt es dazu insbesondere dann, wenn private Fotos verbreitet und entsprechend kommentiert werden.

Enthemmung
und Eskalation

Wieso kommt es zu der Ausübung der seelischen Gewalt?

Die Ursachen für Gewalt im Internet sind durchaus vergleichbar mit Ursachen für seelische Gewalt außerhalb des Internets. Im Internet findet durch die textbasierte Kommunikation zusätzlich eine Enthemmung statt. Das heißt, man traut sich Sachen zu schreiben, die man jemandem nicht ins Gesicht sagen würde. Außerdem bekommt man die Reaktion der Betroffenen nicht mit, was zu einer stärkeren Eskalation führt.

Treten Konflikte im Internet eher zwischen Leuten auf, die sich auch im echten Leben kennen, oder zwischen Unbekannten?

Das lässt sich so pauschal nicht sagen. Im Grunde genommen werden eigentlich alle möglichen Konflikte, die im Alltag zwischen Menschen vorhanden sein können, auch online geführt. Wenn sich zwei Personen nicht ausstehen können, geraten sie oft auch in einem WhatsApp-Chat aneinander. Oder jemand nutzt das Internet als Werkzeug, um einen unbeliebten Arbeitskollegen bloßzustellen. Das Internet ermöglicht es aber auch, über Fremde Macht auszuüben. Das hat mit der Person als solche gar nichts zu tun, sondern es geht nur darum, irgendjemanden zu erniedrigen.

Auch im Alltag
ausgegrenzt

Gibt es Gruppen, die besonders betroffen sind?

Grundsätzlich kann man sagen, je freizügiger man sich im Internet präsentiert, desto größer ist das Risiko, ein Zufallsopfer zu werden. Uns erzählen Schüler, dass die Wahrscheinlichkeit, von „komischen Leuten“ angeschrieben zu werden, viel größer ist, wenn man einen öffentlichen Instagram-Account besitzt. Ansonsten ist es leider so, dass die schikanierten Menschen aus dem normalen Lebensumfeld oft auch besonders viel Ausgrenzung im Internet erleben.

Was kann man - außer zum Beispiel seinen Instagram-Account privat zu stellen – unternehmen, um sich zu schützen?

Das ist schwer zu sagen. Auf jeden Fall sollte man sich distanzieren, wenn Fremde zu nah kommen und nach der Adresse oder Fotos fragen. Leider ist es aber oft so, dass die ausgegrenzten Menschen begeistert sind, wenn sich jemand im Internet mit ihnen austauschen möchte. Deshalb funktioniert dann der Sicherheitsmechanismus auf Distanz zu gehen oft nicht und die Betroffenen können sich kaum selbst schützen. Im Sinne der Zivilcourage ist es also Aufgabe der anderen, den Opfern zu helfen. Das kann auch in der Form sein, dass ich Freunde auf freizügige Profilbilder hinweise und ihnen rate, sie zu ändern. Das ist oft zielführender als der Gedanke, wie man sich schützen kann.

Von Vanessa Fillis

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