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Celle Stadt Diskurs über Glück und Zukunft
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Diskurs über Glück und Zukunft
11:40 01.11.2018
Von Michael Ende
Festgottesdienst in der Stadtkirche: Superintendentin Andrea Burgk-Lempart und Oberkirchenrat Helmut Aßman. Quelle: David Borghoff
Celle

„Der Reformationstag soll kein Martin-Luther-Gedenktag sein. Er soll in die Gesellschaft hineinwirken“, sagte Andrea Burgk-Lempart, die als Superintendentin dem Evangelisch-lutherischen Kirchenkreis mit seinen rund 75.000 Mitgliedern vorsteht, als sie gestern Celler Christen zum Reformationsgottesdienst in der Celler Stadtkirche begrüßte: „Dieser Feiertag soll Räume eröffnen, in denen ein Diskurs stattfinden kann über den Weg, den wir als Gesellschaft gehen wollen.“

Sie freue sich, dass der „Reformationstag 500 plus 1“ zum ersten Mal gesetzlicher Feiertag sei, so Burgk-Lempart. Die Reformation sei deshalb so durchschlagend und erfolgreich gewesen, weil sie die Themen aufgegriffen und weitergeführt habe, die „im Schwange“ gewesen seien: „Das ist unser Auftrag als Christenmenschen: am Puls der Zeit zu sein. Wir haben einen Auftrag zur Weltgestaltung. Ich wünsche mir, dass wir selbstbewusst und fröhlich unseren Beitrag leisten.“

„Wie bestimmen wir das Glück des Menschen?“, fragte Oberkirchenrat Helmut Aßmann, ehemaliger Superintendent aus Hildesheim, in seiner Predigt, die sich mit den Seligpreisungen der Bergpredigt beschäftigte. Das Aktuelle dieser Frage bestehe darin, dass man nicht nur weltweit, sondern auch hier erkenne, wie wenig Einverständnis in dieser Frage vorliege. „Wir sehen, wie Menschen unglücklich werden oder sich unglücklich machen. Große Teile unseres Unterhaltungsprogramms widmen sich der hingebungsvollen Betrachtung von Menschen, die einander Böses antun.“

Wenn das Glück des Menschen darin bestehe, möglichst viel Besitz anzuhäufen, dann habe das Konsequenzen, so Aßmann. Es sei auch nicht mit dem Hinweis getan, dass jeder nach seiner Fasson selig werden solle: „Das war ursprünglich gemeint als Schutz gegen staatliche Willkür und hatte darin auch sein Recht. Aber das wird in Zukunft nicht mehr ausreichen, denn wir müssen ja nicht nur jeder für sich, wir müssen auch miteinander leben können, in einer globalisierten und digitalisierten Welt. Die Ressourcen, die wir für unser Leben benötigen, müssen ja für alle ausreichen – und darüber müssen wir uns verständigen.“

Ihr Glaube sollte es Christen Aßmann zufolge ermöglichen, „Leid zu tragen und es nicht den anderen vorzuwerfen, sanftmütig und barmherzig zu sein, ohne dafür Dank oder irgendeine Genugtuung zu erwarten, nach Gerechtigkeit zu hungern und zu dürsten, ohne daran bitter zu werden, Frieden zu stiften und von den Widerständen nicht enttäuscht zu werden.“

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