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Celle Stadt Diskussion über Jäger-Warnungen vor dem Wolf in Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Diskussion über Jäger-Warnungen vor dem Wolf in Celle
18:42 01.05.2015
    Warnung vor Wolf zwischen Hustedt und Groß Hehlen Quelle: Benjamin Westhoff
Celle Stadt

Der Wolf sorgt in Celle wieder für Gesprächsstoff. Zwar wurde diesmal kein Tier gesichtet – doch allein die Warnung vor möglichen Begegnungen sorgt für Unruhe. „Wölfe jagen inzwischen auch hier. Halten Sie Ihren Hund an der kurzen Leine“, steht auf mehreren Schildern zwischen Groß Hehlen und Hustedt. Auch im Bereich Scheuen wurden die Hinweise gesichtet. Anwohner und Passanten reagieren besorgt.

Auch Anwalt Joachim Schwanitz hat die Schilder gesehen. Er findet das Anbringen solcher Warnungen problematisch – nicht nur, weil ein ständiger Leinenzwang suggeriert wird. Man müsse sich nicht daran halten, sagt er, „aber viele halten das für ein Gebot und haben Angst."

Kreisjägermeister Hans Knoop hält von einer solchen Beschilderung ebenfalls nichts. „Ich lehne so etwas grundsätzlich ab. Man muss sich informieren – aber es ist nicht gefährlich, in den Wald zu gehen“, erklärt er. Denn wer solche Schilder aufstelle, müsse auch vor Schwarzwild warnen. Auch Muttertiere könnten gefährlich werden, wenn sie ihre Jungen beschützen. Das Ganze erinnert ihn auch an Zeckenwarnungen.

Generell empfiehlt Knoop aber, Hunden eine Leine anzulegen – bis zum 15. Juli ist dies ohnehin vorgeschrieben. Das ist auch das Anliegen der Jagdberechtigten, die die Schilder angebracht haben. „Keiner hat vor, den Wolf zu vertreiben oder Panik zu machen. Doch ebenso will keiner gefressene Haushunde“, sagt die Ehefrau eines Jägers dieser Gruppe gegenüber der CZ.

Nachdem das Bild eines Schildes Mitte der Woche bei Facebook veröffentlicht wurde, hagelte es negative Kommentare. Doch diese will die Scheuenerin sich nicht gefallen lassen. „Es geht darum, die Menschen zu sensibilisieren. Die Spaziergänger sind nicht das Problem, aber ein Hund kann einen Wolf locken oder reizen“, erklärt sie.

Gesehen haben ihr Mann oder Bekannte im Stadtgebiet noch keinen Wolf, wohl aber Fährten. Das heißt, es gibt auch hier Tiere. Und dass diese auch Hunde anfallen, beweist eine Meldung aus dieser Woche: In Adenstedt (Landkreis Peine) soll ein Husky von einem Wolf gebissen worden sein.

Von Johanna Müller