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Celle Stadt Doppelförderung bei Kinderbetreuung ausschließen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Doppelförderung bei Kinderbetreuung ausschließen
18:04 11.09.2013
Von Oliver Gatz
Bei der Kleinkindbetreuung will die Verwaltung eine mögliche Doppel-Förderung aus öffentlichen Mitteln ausschließen. Quelle: Peter Müller (Archiv)
Celle Stadt

Seit dem 1. August haben Eltern unter bestimmten Bedingungen Anspruch auf Betreuungsgeld. Zum einen müssen ihre Kinder ab dem 1. August 2012 geboren sein. Zum anderen müssen die Eltern auf eine frühkindliche Förderung ihrer ein- bis dreijährigen Schützlinge in einer Krippe oder in der Kindertagespflege verzichten. Dann gibt es nach dem Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz monatlich 100 Euro.

Anders als bei Krippen und der Tagespflege stellt jedoch die Betreuung in Spielkreisen gemäß den Richtlinien des Kommunalen Erziehungsgeldes (KEG) keine Leistung für frühkindliche Bildung nach dem Sozialgesetzbuch dar. Wie die Verwaltung mitteilte, fehle hier ein sozialpädagogisches Konzept, das dem Förderauftrag gerecht werde, zumal die KEG-Mütter in der Regel nicht über eine sozialpädagogische Ausbildung verfügten und auch der zeitliche Umfang (unter zehn Wochenstunden) zu gering sei.

„Das bewirkt, dass die Eltern die Möglichkeit hätten, neben einer Kinderbetreuung in einer KEG-Gruppe parallel Betreuungsgeld zu beantragen", heißt es im Neuen Rathaus. Eine solche doppelte Förderung aus öffentlichen Mitteln soll nun ausgeschlossen werden. Denn die KEG-Gruppen sind für alle Eltern gebührenfrei.

Nun will die Verwaltung den Besuch einer KEG-Gruppe unter anderem davon abhängig machen, ob das Betreuungsgeld bezogen wird oder nicht. Dazu sollen die KEG-Richtlinien entsprechend geändert werden. Mit dem Thema befasst sich am Dienstag, 17. September, der Jugendhilfeausschuss. Die öffentliche Sitzung beginnt um 17 Uhr im Sitzungsraum im vierten Obergeschoss des Jugend- und Sozialamtes, Am Französischen Garten 3.

Die fehlende rechtliche Gleichsetzung der KEG-Spielgruppen mit den Krippen und der Tagespflege hat auch zur Folge, dass die Celler Betreuungsquote für unter Dreijährige sinkt. Derzeit beträgt sie gut 42 Prozent – die KEG-Gruppen miteingerechnet. Der Bund hatte das Ziel 40,5 Prozent ausgegeben.

Laut Verwaltung stehen in Celle 467 Betreuungsplätze für unter Dreijährige zur Verfügung: 327 in Krippen- und altersübergreifenden Gruppen, 100 in der Tagespflege und 40 in den KEG-Spielkreisen. Mit Blick auf den Rechtsanspruch auf Kleinkindbetreuung hatte die Verwaltung die in Frage kommenden Eltern befragt. Ergebnis: Das Angebot ist größer als der Bedarf. Allerdings hatten nur 40 Prozent der Eltern die Fragebögen zurückgesandt.