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Celle Stadt Dramatische Wende bei Schulreform CDU für die Einheitsschule
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Dramatische Wende bei Schulreform CDU für die Einheitsschule
16:40 25.08.2010
Celle Stadt

Was wurden nicht für Schlachten um die Schulen im Landkreis Celle geschlagen. Über KGS, IGS oder klassisches Dreistufen-Modell gab es so machen Schlagabtausch, die in einer Kreistagssitzung Ende 2008 gipfelte, bei der sogar gestandene Profis wie der Berger Bürgermeister Rainer Prokop von einem „Schauspiel“ sprachen.

Doch die Diskussion über Modelle scheint jetzt vorbei. Denn die CDU im Kreistag unternimmt eine deutliche Kurskorrektur. „An der Zusammenlegung von Haupt- und Realschulen geht keine Weg vorbei“, sagte der Fraktionsvorsitzende Joachim Müller. Abgeleitet wird diese Erkenntnis aus den neuen Schülerzahlen für die kommenden Jahre. Waren am 1. August 2009 im 4. Jahrgang der Grundschulen noch 1833 Schüler, wurden gleichzeitig im Zeitraum vom 1.August 2008 bis 31. Juli 2009 nur noch 1439 Kinder im Landkreis Celle geboren. In zehn Jahren wird also die Zahl der Schüler um 20 Prozent niedriger sein als derzeit. Eine dramatische Absenkung. Dieses Problem will die Partei angehen. In den neuen Schulformen soll es auch möglich sein, einen erweiterten Sekundar-I-Abschluss zu erwerben, der die Möglichkeit eröffnet, das Abitur zu machen. Eine Differenzierung soll es nach wie vor nach Leistungsstärke innerhalb der Schule geben.

Die Schulen auf dem Land würden also die Möglichkeit eines gymnasialen Angebotes machen können. Für die Oberstufe müssten die Kinder dann allerdings an eine andere Schule wechseln. Bei einer Einrichtung der neuen Schulen dürfen aber nach dem Willen der CDU keine Gymnasial-Standorte gefährdet werden.

Mit der Idee der Einheitsschule folgt die CDU dem Vorschlag aus Wathlingen. Der dortige CDU-Fraktionsvorsitzende Torsten Harms, begrüßte diese Entwicklung. „Vor einigen Wochen wurde ich dafür noch geprügelt. Jetzt ist es schön zu sehen, dass wir damit den richtigen Riecher hatten“, sagte Harms.

Um eine Modell für den gesamten Kreis zu erarbeiten will sich die CDU jetzt Hilfe von außen holen. Auch hier hat ein Umdenken stattgefunden. „Wir möchten ein Schulstrukturkonzept mit einen externen Berater, auch um einem immer noch vorherrschenden Kirchturmdenken zu begegnen“, sagt der Kreisfraktionsvorsitzende Müller.

SPD begrüßt Umdenken: Die CDU nennt es Schulstrukturkonzept, doch man könnte es wohl auch Schulentwicklungsplan nennen. Den hatte die SPD zusammen mit der Einführung von Gemeinschaftsschulen seit langem gefordert. Angesichts der Übernahme der Positionen durch die CDU waren die Sozialdemokraten erwartungsgemäß erfreut. „Es ist ein gutes Zeichen, dass sich in der CDU die Mehrheit für diese Positionen gebildet hat. Man kann die, die das bewirkt haben, nur beglückwünschen“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Maximilian Schmidt. Ihm persönlich sei es egal, wie man eine Schule oder einen Schulentwicklungsplan nennen würde. Wichtig sei nur, dass man in dieselbe Richtung denken würde.

Von Tore Harmening