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Celle Stadt Drei Celler erklimmen höchsten Berg Afrikas
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Drei Celler erklimmen höchsten Berg Afrikas
14:22 28.02.2014
Von Oliver Gatz
Unvergessliches Abenteuer: die Kilimanjaro-Bezwinger Tobias und Heinrich Bührke sowie Stefan Bädermann.
Celle Stadt

Mit 5895 Meter Höhe über dem Meeresspiegel ist der Kilimanjaro im Nordosten Tansanias das höchste Bergmassiv Afrikas. Die Bezwingung sollte für das Celler Trio eine harte Prüfung werden: Früher als üblich hatte im Februar die Regenzeit eingesetzt. Am Gipfel lag 50 bis 70 Zentimeter Neuschnee, was das Vorhaben deutlich erschwerte.

Mit zwei Bergführern, einem Koch und sechs Trägern machten sich die Celler zunächst auf den Weg zur Mandara-Hütte auf 2675 Meter Höhe. Dann ging es weiter bis zur Horombo Hütte auf 3720 Meter. "Zum ersten Mal sahen wir die mächtigen, mit dickem Schnee bedeckten Gipfelkuppen des Kilimanjaro und des Mawenzi. Nun wurde uns klar, welche Herausforderung vor uns lag", blickt der Celler zurück. Jeden Tag mussten die Abenteurer aus der Südheide vier bis fünf Liter abgekochtes Wasser trinken, um in dieser Höhe klar zu kommen.

Bei 4300 Metern tat sich den Bergsteigern eine Mondlandschaft auf. Der Vulkankegel des Kilimanjaro zeigte sich in seiner ganzen Pracht. "Es war ein Anblick, den man so schnell nicht vergisst", schwärmt Bädermann. An der Kibo-Hütte auf 4703 Metern war nun jeder mit sich selbst beschäftigt. „Der Ruhepuls hatte sich bei allen genau verdoppelt. Der ganze Kopf drohte durch die Pulsschläge zu platzen", beschreibt Bädermann den physischen Zustand des Teams

Der fünfte Tag war schließlich Gipfeltag. Es waren 32 Kilometer zu bewältigen, zusätzlich noch 1200 Meter Aufstieg und 2400 Meter Abstieg. Es herrschte eine bissige Kälte. Der Weg war mit Schnee bedeckt und rutschig. An der Meyerhöhle auf 5200 Meter zeigten sich deutlich die ersten Symptome der Höhenkrankheit mit zunehmender Übelkeit.

Etwa 300 Meter unterhalb des auf 5681 Meter liegenden Gillman’s-Point trennte sich die Gruppe. Man wollte sich durch das jetzt unterschiedliche Klettertempo nicht gegenseitig aufhalten. Bädermann und Tobias Bührke erreichten schließlich den Uhuru Peak auf 5895 Metern, während Heinrich Bührke den Gillman‘s Point erklomm. Wegen zunehmender Symptome der Höhenkrankheit musste er nach nur kurzem Gipfelaufenthalt sofort den Abstieg beginnen.

Geschafft haben es damit alle drei, denn dieser Gipfel gilt ebenfalls als Besteigung des Kilimanjaro. Als Entschädigung für die Strapazen bot sich allen ein fantastischer Sonnenaufgang über dem Mawenzi – bei eisigen Temperaturen von unter 20 Grad minus.

Eine harte Bewährungsprobe wurde nun der Abstieg über die Kibo-Hütte und weiter hinunter zur Horombo-Hütte. „Beim Abendessen mussten wir leider auch erfahren, dass an unserem Gipfeltag ein Japaner nicht mit der Höhe klar kam und gestorben ist", berichtet Bädermann.

Am Eingang des Nationalparks bestätigten die Bergführer den drei Cellern die Gipfelbesteigung. "Wir erhielten die Gipfelurkunden und verabschiedeten uns von unserem Team, das zum Abschied für uns das Kilimanjaro-Lied sang", erinnerte sich Bädermann. Für die drei Abenteurer war die Tour ein unvergessenes Erlebnis, das für immer in ihrem Gedächtnis bleibt.