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Celle Stadt Drei neue Naturschutzgebiete für den Landkreis Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Drei neue Naturschutzgebiete für den Landkreis Celle
20:04 10.03.2017
Celle Stadt

Der Bohlenbruch liegt in der Samtgemeinde Flotwedel bei Bröckel und Eicklingen. Auf rund 173 Hektar erstreckt sich ein Laubmischwald, der von Gräben und langen Erschließungsflächen durchzogen ist.

Auch bei Unterlüß lädt ein 170 Hektar großer Laubwald zu Spaziergängen ein. Vorwiegend Buchen recken sich im Lünsholz gen Himmel. Ein Teil ist Naturwaldreservat, in dem keiner Hand anlegt. So wird beispielsweise das Totholz nicht entfernt, sondern die Natur ganz sich selbst überlassen.

Das dritte Gebiet trägt zwar den sperrigen Namen "Quell- und Durchströmungsmoor mit Kleingewässern bei Dalle", die Wirklichkeit ist wiederum einfach schön. Nordöstlich von Dalle bei Eschede entwickelt sich auf 25 Hektar die Natur ebenfalls eigendynamisch. Vorwiegend Fichten und Erlen wachsen dort. Moorflächen sind mittlerweile wiedervernässt, darüber hinaus haben sich Teiche gebildet. Die Große Moorjungfer, eine Libellenart, hat sich dort angesiedelt.

Alle drei Gebiete haben gemein, dass sie bereits durch die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) der EU Teil des ökologischen Netzes "Natura 2000" sind. Dadurch sollen europaweit natürliche Lebensräume sowie wildlebende Tiere und Pflanzen erhalten werden.

Der Landkreis Celle ist nun verpflichtet, die von der EU anerkannten FFH-Gebiete zu geschützten Teilen von Natur und Landschaft zu erklären. Im Umweltausschuss wurden den Mitgliedern der Bohlenbruch, das Lünsholz sowie das Quell- und Durchströmungsmoor präsentiert. Die drei Gebiete sollen als Naturschutzgebiete ausgewiesen werden. Bedenken, ob zum Beispiel der Daller Sportplatz noch uneingeschränkt genutzt werden kann, sobald die angrenzende Fläche ein Naturschutzgebiet ist, räumten die Verwaltungsmitarbeiter aus.

Kreisrat Gerald Höhl betonte, dass es unumgänglich sei, die Naturschutzgebiete auszuweisen. "Wir müssen die FFH-Gebiete in die landesrechtliche Form überführen", erläuterte er den Schritt. "So bekommen die Bürger klare Regeln, was man vor Ort tun darf und was nicht." Die Gebiete befinden sich fast ausschließlich in öffentlicher Hand. Die Ausschussmitglieder nahmen die Vorlagen zur Kenntnis, nun erfolgt eine öffentliche Auslegung.

Die rechtlichen Feinheiten haben letztlich dasselbe Ziel wie die Naturliebhaber im Celler Land: Die Natur soll geschützt und erhalten werden.

Von Amelie Thiemann