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Celle Stadt Dünger sparen mit Know-how
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Dünger sparen mit Know-how
19:58 21.03.2017
Von Christian Link
„Das Feld sieht tot aus, das ist aber gewollt“: Carsten Wittenberg (rechts) begutachtet mit Winfried Buchholz einen Acker nördlich von Garßen, der nach der Ernte nicht bearbeitet wurden, um das Eindringen von Stickstoff in tiefere Bodenschichten zu verringern. Quelle: Christian Link
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Gesunde Feldfrüchte benötigen weniger Pflanzenschutzmittel und können mehr Stickstoff aufnehmen. So sorgen sie dafür, dass weniger Nitrat ins Grundwasser wandert. Im Gegensatz zu seinen Kollegen, die ihr Saatgut auf gewöhnlichen Flächen anbauen, muss der Garßener dabei aber deutlich mehr Auflagen einhalten. Trotzdem wirft sein Land nicht weniger Erträge ab als andere Felder. Möglich macht das die richtige Beratung.

„Die Hauptaufgabe ist es, die Verlagerung von Nitrat in das Grundwasser zu minimieren“, sagt Carsten Wittenberg von der Agrarberatung Celler Land. Der gelernte Landwirt, Umweltschutztechniker und Betriebswirt sorgt seit 1998 dafür, dass die aktuell 86 landwirtschaftlichen Betriebe in den Wasserschutzgebieten Garßen und Eschede nicht nur die Auflagen einhalten, sondern sich darüber hinaus noch freiwillig engagieren.

Die finanziellen Anreize für die Nahrungsmittelerzeuger sind mit 26 Euro pro Hektar allerdings eher mau. „Da wird man nicht reich von“, sagt Buchholz, der zusammen mit zwei anderen Landwirten insgesamt 400 Hektar bewirtschaftet. Am Ende würden sich Ausgaben und Entschädigung etwa die Waage halten. Trotzdem hat er sich wie 46 andere Landwirte auch im vergangenen Jahr zu den Zusatzmaßnahmen verpflichtet, die unter anderem den verstärkten Anbau von Zwischenfrüchten und Untersaaten vorsieht. Diese Pflanzen können ungenutzten Stickstoff binden und über den Winter festhalten.

Was den Grundwasserschutz auch für Landwirte wirtschaftlich interessant macht, ist die kostenlose Zusatzberatung. „Das ist ein preiswerter Vorteil im niedrigen vierstelligen Bereich. Die Beratung hilft dabei, den Pflanzen zum richtigen Zeitpunkt den benötigten Stickstoff zur Verfügung zu stellen“, weiß Martin Albers, Geschäftsführer des Landvolkes Celle. Wie viel Nährstoffe sprich Dünger die einzelnen Pflanzen benötigen, kann anhand von Bodenproben bestimmt werden. „Das dient zur Ausschöpfung der vollen Leistungsfähigkeit der Pflanzen“, sagt Wittenberg. Im Frühjahr könnten dadurch bis zu 70 Kilogramm Stickstoff pro Hektar eingespart werden.