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Celle Stadt Durchsuchungsaktion gegen Rockerclub Mongols: Razzia auch in Winsen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Durchsuchungsaktion gegen Rockerclub Mongols: Razzia auch in Winsen
16:05 11.02.2014
Von Christoph Zimmer
Wer kennt dieses Dachdeckerbeil, das in - der Nähe des Tatorts in Freiburg gefunden wurde? Quelle: Staatsanwaltschaft Stade
Celle

Nach Informationen der Celleschen Zeitung handelte es sich bei einer Wohnung um die eines Verdächtigen aus Winsen. Die Stader Staatsanwaltschaft hatte die Durchsuchungsbeschlüsse zuvor beim Amtsgericht Stade erwirkt. Bei der groß angelegten Durchsuchungsaktion waren auch Beamte der Polizei Celle im Einsatz.

Die Beamten fanden unter anderem Waffen, Laptops, Handys, Rockerkutten, Sturmhauben und geringe Mengen Rauschgift. „Weitergehende Auskünfte können erst nach Auswertung der gesicherten Beweismittel erfolgen“, hieß es. Festgenommen wurde niemand. Ob und was in der Wohnung in Winsen gefunden wurde, ist noch unklar.

Hintergrund dieser erneuten Durchsuchungen war ein Überfall mutmaßlicher Mitglieder der Mongols auf Angehörige eines verfeindeten Clubs Ende September 2013. Bei einem Motorradtreffen in Freiburg im Kreis Stade waren etliche Vermummte mit Baseballschlägern und Messern auf Mitglieder des MC Gremium losgegangen. Nach Angaben der Polizei wurden vier Menschen zum Teil lebensgefährlich verletzt. Vier Mitglieder der Gruppe Mongols MC wurden vorübergehend festgenommen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts des versuchten Totschlags.

Aus diesem Grund war es bereits im vergangenen November zu einer groß angelegten Durchsuchungsaktion der Polizei in Bremen, Cuxhaven und Oederquart gekommen. Dabei wurden Waffen und Schlagwerkzeuge wie Baseballschläger beschlagnahmt. Spurenauswertungen und neue Ermittlungserkenntnisse begründeten jetzt die erneuten Durchsuchungsbeschlüsse. Bisher wurden circa 20 Beschuldigte ermittelt, die zum Großteil den Mongols MC Cuxhaven angehören beziehungsweise zuzurechnen sind. Mit der zweiten größeren Durchsuchungsaktion machten Polizei und Staatsanwaltschaft erneut deutlich, dass sie der Rockerkriminalität entschlossen entgegentreten.

Wie die Cellesche Zeitung erfuhr, wurde im November auch eine Wohnung in der Celler Innenstadt durchsucht. Allerdings fanden die Beamten damals nichts, was auf eine Mitgliedschaft bei den Mongols hindeutete. Der Mann soll sich friedlich und kooperativ verhalten und angegeben haben, dass er sich von den inzwischen verbotenen Mongols MC Bremen gelöst habe.

Der mit den Hells Angels verfeindete Rockerclub Mongols MC Dark District aus Celle besteht derzeit aus fünf bis sechs Personen. Die Angaben stammen von der Niedersächsischen Landesregierung aus dem vergangenen Dezember.

In der Nähe des Tatorts in Freiburg bei Stade wurde damals unter anderem ein Dachdeckerbeil gefunden, an dem das Blut eines der Opfer klebte. Hinweise dazu nimmt die Zentrale Kriminalinspektion Lüneburg unter Telefon (0431) 29-1879 oder -2933 entgegen.