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Celle Stadt Ehrennadel für Karl Ströher
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Ehrennadel für Karl Ströher
18:36 23.05.2011
Der Celler Druckermeister Karl-Georg Ströher (rechts) erhält aus den Händen von IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Zeinert die IHK-Ehrennadel in Gold und einen Nachdruck der Ebstorfer Weltkarte. Quelle: Hans-Jürgen Wege/nh
Celle Stadt

Das habe es bisher selten gegeben und das werde es wohl nie wieder geben. Diese Worte von Niedersachsens Kultusminister Bernd Althusmann richteten sich in der vergangenen Woche an Karl Ströher, der seit 1961 rund 700 angehenden Druckern die Prüfung abgenommen hat. Als Anerkennung für sein langjähriges Engagement als Vorsitzender des Prüfungsausschusses für den Beruf Drucker erhielt der Celler Druckermeister aus der Hand von IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Zeinert die IHK-Ehrennadel in Gold.

Die Arbeit im Druckereigewerbe hat den 73-Jährigen geprägt: „Das war für mich eine Fortbildung auf allen Ebenen.“ Die innovative Entwicklung in diesem Bereich – von den Bleilettern bis hin zum Digitaldruck – sei so groß wie in kaum einem anderen Beruf. Es habe „gewaltige Veränderungen“ gegeben – etwa im Bereich des Offsetdrucks oder durch das Computer-to-Plate-Verfahren. Druckereien ohne Computer seien heute nicht mehr denkbar. Dennoch hätten fast alle Druckereien noch Buchdruckmaschinen – etwa um Formulare zu nummerieren oder zu stanzen.

„Die Tätigkeit im Ausschuss liegt mir sehr am Herzen“, sagt Ströher. „Aber man darf nicht zu sehr an diesem Amt festhalten.“ Wenn jemand bereit sei, die Aufgabe zu übernehmen, gebe er sie ab. Hintergrund ist, dass das Celler Unternehmen Ströher Druckerei und Verlag GmbH Anfang Februar nächsten Jahres 150 Jahre alt wird. „Das soll der Stichtag sein, an dem ich meinen Schreibtisch räume“, sagt der Seniorchef. Sohn Achim, der bereits Mehrheitseigner ist, soll dann endgültig die Geschäfte übernehmen.

Karl Ströher selbst kann sich gut vorstellen, sich nach der Übergabe weiter als Berater in das Unternehmen einzubringen. Auch die Tätigkeit im Prüfungsausschuss möchte er noch mindestens bis 2012 weiter ausüben. „Ich habe eine ausgezeichnete Mannschaft von Mitstreitern im Ausschuss“, betont er.Die Herausforderungen an qualifizierte Drucker hätten sich im Vergleich zu damals nicht geändert, so Ströher. Allerdings hätten es die Lehrlinge heute mit anderen Materialien zu tun – etwa bei den verwendeten Druckplatten. „Beim Buchdruck gibt es eine große Zeitersparnis. Mit den digitalen Möglichkeiten haben es die angehenden Drucker heute leichter. Früher war das eigene Können wichtiger“, so Ströher. Heute könne man sich mehr auf die technische Peripherie verlassen: „Die Farbsteuerung und -wiedergabe übernimmt die Maschine.“Ein besonderes Anliegen war es Ströher stets, die Freisprechung der Drucker-Lehrlinge „sehr persönlich“ zu gestalten. „Ich arbeite dabei mit der Musikschule des Celler Jugenddorfes CJD zusammen“, sagt er und hofft, dass diese Tradition auch in Zukunft erhalten bleibt.

Für das Ehrenamt im Prüfungsausschuss erhielt Ströher jetzt neben der Ehrennadel, die er als Anerkennung seiner jahrzehntelangen Arbeit ansieht, einen Nachdruck der Ebstorfer Weltkarte. „Ich werde sie an der Wand hinter meinem Schreibtisch aufhängen.“

Gefreut hat er sich auch, dass Kultusminister Althusmann persönlich gekommen war, um sein 50-jähriges ehrenamtliches Engagement im Prüfungsausschuss zu würdigen. Um ein solches Ziel zu erreichen, müsse man halt „früh anfangen und spät aufhören“, so Karl Ströher.

Von Paul Gerlach