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Celle Stadt Ein Celler Sprachvirtuose
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Ein Celler Sprachvirtuose
12:53 24.08.2017
Quelle: Anke Schlicht
Celle Stadt

Zweimal erkundigte Haas sich beim Publikum im gut besuchten Beckmannsaal, ob es eine Pause benötige. Nein, die Gäste wollten mehr hören über die Werke, an denen der „Versschmied“ und Poet sich orientierte, und über die von ihm verfassten Romane „Cäcilie“ und „Die bewegte Rose“.

„Er war kein guter Schüler“, leitete die Referentin Schulzes Lebensabschnitt ab 1800, als er auf die Lateinschule wechselte, ein. Wie wenig Schulleistungen mit Talent zu tun haben können, machten Haas’ nachfolgenden fundierten Ausführungen deutlich. Er hat die Literatur seiner Zeit verschlungen – Goethe, Wieland, Schiller, Shakespeare und viele mehr – und alle Theateraufführun-gen besucht. Der Lehrplan war für ihn keine Richtschnur, denn kein deutscher Schriftsteller war Bestandteil. Prägend für den Sprachbegabten und -begeisterten wurden die antiken Klassiker. „Er nahm Maß an der Antike“, erläuterte Haas, deutlich abzulesen an seinem ersten Vers-roman „Psyche“. Seine enorme Begabung zeigte sich an dem, was er anders machte als die Vorbilder. „Natur war ihm wichtiger als Paläste, seine Lebensphilosophie webte er hinein in die Verse“, nannte Elke Haas als Beispiele und schloss den Abschnitt mit „Ganz unser Ernst Schulze“.

Die Referentin ist tief eingestiegen in die Materie, ihr Anliegen war es, nicht nur den Dichter den Zuhörern näher zu bringen, sondern auch zu sensibilisieren für Sprache. Und für diesen Vorsatz ist der Virtuose Ernst Schulze ein Paradebeispiel. Er hat uns allen etwas geschenkt, lautete Haas‘ Fazit: Poesie und Sprache.

Von Anke Schlicht