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Celle Stadt Ein Hauch von Las Vegas in Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Ein Hauch von Las Vegas in Celle
00:30 14.02.2018
Eine musikalische Zeitreise erlebten die Celler Zuhörer in Kunst & Bühne am Samstag mit Janice Harrington ihrer Band. Quelle: David Borghoff
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Auch dort ist die Künstlerin, die diesen Glanz in die Residenzstadt bringt, aufgetreten – mit niemand Geringerem als Sammy Davis, Jr. Aber das kam später. Janice Harrington setzt früher an. Mehrfach wechselt sie die Kostüme, hat Federboas, atemberaubende Kopfbedeckungen sowie ein funkelndes goldfarbenes Abendkleid dabei, den Auftakt bildet allerdings ein Gewand, das für Gospel und Kirche steht. „Mama nahm mich mit in die Kirche, drei- bis viermal die Woche“, erzählt sie auf Englisch und ihre Mimik verrät, dass sie seinerzeit wenig begeistert war. Es war das Ohio der 40er Jahre, hier nimmt Harringtons Zeitreise durch die amerikanische Musikgeschichte und ihr Leben ihren Anfang.

„I love Jazz and Blues, too“, berichtet sie, muss es aber eigentlich gar nicht verbal zum Ausdruck bringen. Wie sie mit geschlossenen Augen eintaucht in die Saxofon- und Pianoklänge ihrer hervorragenden Band, sich wiegt zum Rhythmus, um sich alles zu vergessen scheint, bevor sie zum Mikrofon greift und ihre Stimme ins Spiel bringt, sagt alles.

Die Phase der Kirchenmusik ist vorüber – am Ende kommt sie noch einmal darauf zurück, als schließe sich der Kreis – sie umschlingt den Hals mit einer roten Federboa, aus dem Mädchen ist eine junge Frau geworden, und singt: „What a difference a day makes“. Auf der Bühne sind es Minuten, im Leben braucht es Jahre und Jahrzehnte gefüllt mit Ereignissen und Begegnungen, bis Erkenntnisse reifen, denen Songs wie „What’s love got to do with it“ oder „I will survive“ Ausdruck verleihen. Immer mal wieder zwischendrin fühlt sich das Leben an, wie es Weggefährte Louis Armstrong besang: „Oh, what a wonderful world“. Mit Abwesenheit glänzte diese Daseins-Beschreibung während des Vietnamkrieges, der Harrington als eine „Botschafterin des Jazz“ nach Asien zu den amerikanischen GIs führte. Für das Leid findet sie keine Worte, nicht einmal singend kann sie ihren Emotionen Luft machen. Sie saß im Hospital an der Seite eines jungen Soldaten, der beide Beine verloren hatte. „Ich konnte gar nichts tun, ihn nur halten, nur umarmen.“ Ein Übergang zu finden ist schwer, Janice Harrington macht einen kleinen Cut und verkündet zur Überraschung aller Anwesenden, dass es sich bei dem Auftritt mit dieser Band um eine Premiere handele. Kaum zu glauben angesichts des Standards, den die fünfköpfige Formation zu Gehör bringt und auf ein wertschätzendes Publikum trifft. Es folgt in der voll besetzten Kneipe Glanz und Leid eines Lebens, erweist sich durch Beifall an den richtigen Stellen als kenntnisreich und klatscht zum Schluss frenetisch, was sich als „What a wonderful night“ interpretieren ließe.

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