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Celle Stadt Ein Koffer voller Buben am Celler Oberlandesgericht
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Ein Koffer voller Buben am Celler Oberlandesgericht
12:54 24.08.2017
Im Oberlandesgericht wurde am Mittwoch eine Ausstellung mit Bildern von Susanne Hoffmann eröffnet. Quelle: Michael Schäfer
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Bekannt sind ihre Arbeiten im Haus schon länger, da im Sitzungssaal 150 Exponate einer „anderen Schaffensphase“ von ihr zu sehen sind. Vor etwa 25 Jahren hat Hoffmann angefangen zu malen. Auf die Skatblätter sei sie aber durch Zufall gekommen. „Mein Vater hat über vierzig Jahre lang Skat gespielt und mir eines Tages 500 von ihm gesammelte Spiele geschenkt“, erzählt Hoffmann. „Was tun mit dem Koffer im Keller? Ich habe also Dinge ausprobiert und das hier ist irgendwann entstanden.“ Serien, ästhetische Variationen.

Über die angewandte Technik schweigt sie. Man mag es so hinnehmen oder sie versuchen zu ergründen. Auf jeden Fall aber handelt es sich um einen Prozess, angesiedelt in der seriellen Kunst, die mit Claude Monets Heuhaufen (Les Meules) und seinen Seerosen einen allgemein oft konstatierten Anfang nahm, in der Pop Art der 60er Jahre, in Andy Warhols Factory einen weiteren Akzent setzte und heute gern gefundener Gegenpol zum Einzelwerk darstellt. Bewusst werden hier Bilder oder Objekte durch Bildregeln miteinander verbunden. Im Falle Hoffmanns ist es das Kartenspiel. Das eigentliche Sujet tritt gegenüber der Darstellung in den Hintergrund.

Hat der Zyklus einen Anfang und ein Ende, die Sequenz eine erzählerische Natur, so besteht die Serie aus gleichwertigen Elementen mit vorherrschenden Motiv- und Formkonstanten. Innerhalb dieses Rahmens werden Varianten durchgespielt. Das Konzept steht im Fokus. Die ständig veränderte Wiederholung ist ja auch ein Moment unserer Alltagskultur. Im Sinne Walter Benjamins: Dem Arbeiten in Serie liegt die Erfahrung des Bildes im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit zugrunde. Sie bietet aber in ihrem immer gleichen Rhythmus auch die Möglichkeit, die Wahrnehmung zu schärfen.

In der Ausstellung „Skatkarten – mal anders“, die aufgrund von Umbaumaßnahmen wohl vorerst die letzte vor der grünen Wand darstellt, formieren sich die seriellen Parts dennoch zu gerahmten Einzelbildern, die mal an griechische Keramik-Fliesen, mal an Briefmarken-Blocks erinnern. Erst durch die grafische Reihung entsteht der verspielt- ästhetische Eindruck.

Von Aneka Schult