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Celle Stadt Ein Platz für Sternenkinder
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Ein Platz für Sternenkinder
15:00 18.02.2015
Celle Stadt

"Es gibt auch heute noch Menschen, die meinen: ‚Das passiert doch jeder Frau mal. Werden Sie wieder schwanger, dann passt das schon’“, berichtet Sandra Silkenat aus Bergen von der Initiative Regenbogen „Glücklose Schwangerschaft“ e. V. Der überregional tätige Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, jene Eltern zu unterstützen, die ihr Kind während oder kurz nach der Schwangerschaft verloren haben.

Seine Mitglieder machen sich aber auch seit Jahren dafür stark, dass Sternenkinder einen Ruheort auf Friedhöfen finden.

1994 erreichte die Initiative, dass die Grenze zwischen rechtlicher Existenz und Nichtexistenz eines Kindes von 1000 auf 500 Gramm Gewicht abgesenkt wurde. Seit Mai 2013 dürfen fehlgeborene Kinder auch unter 500 Gramm mit Namen auf dem Standesamt eingetragen werden. „Es handelt sich zwar nicht um einen Eintrag in das Personenstandsregister, doch die Bescheinigung der Existenz des Kindes, die ins Stammbuch geheftet werden kann, ist vielen Eltern wichtig“, so Silkenat.

Die Grenze „bestattungspflichtiger Kinder“, wie es im Juristendeutsch heißt, sank in Niedersachsen ebenfalls von 1000 auf 500 Gramm. Die leichteren Sternenkinder finden zunehmend einen besonderen Platz auf Friedhöfen. So gibt es auf dem Stadtfriedhof Celle eine Sternenkinderanlage, auf der viermal im Jahr Trauerfeiern durch das AKH Celle durchgeführt werden. Über Gräberfelder für Sternenkinder verfügen mittlerweile auch die Friedhöfe Eldingen, Ahnsbeck, Beedenbostel, Bockelskamp, Hambühren, Wietze und Lachendorf.

„Das Thema ist auf jeden Fall präsenter geworden“, sagt Sandra Silkenat, die für mehr Informationen über die Initiative Regenbogen „Glücklose Schwangerschaften“ ihre Webseite www.initiative-regenbogen.de empfiehlt. (mha)

Von Martina Hancke