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Celle Stadt Ein großer Jurist: Celler bestürzt über Harald Ranges Tod
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Ein großer Jurist: Celler bestürzt über Harald Ranges Tod
14:25 04.05.2018
Von Andreas Babel
Simona Block Quelle: Peter Müller (Archiv)
Celle Stadt

Range war von 2001 bis 2011 Celles Generalstaatsanwalt. Anschließend sorgte er im Amt des Generalbundesanwaltes des Öfteren für Schlagzeilen und stand bundesweit im Rampenlicht. Knapp vier Jahre lang bekleidete er dieses hohe juristische Amt, ehe er vom damaligen Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) in den vorzeitigen Ruhestand versetzt wurde.

Nach seiner juristischen Tätigkeit wandte sich der beliebte hochrangige Jurist der Celler Lokalpolitik zu, gestaltete für die Freien Demokraten im Stadtrat aktiv die Entwicklung in seiner Heimatstadt mit. FDP-Fraktionsvorsitzender Joachim Falkenhagen war tief traurig, als er vom plötzlichen Tod seines Mitstreiters erfuhr: „Unerreichbar schien Harald Range. Erst Generalstaatsanwalt in Celle, dann Generalbundesanwalt in Karlsruhe. Er war ,da oben‘ und ebenso plötzlich und selbstverständlich ist er hier unten in der Kommunalpolitik angekommen, war bereit für die Freien Demokraten zur Kommunalwahl zu kandidieren, saß mit uns in der Fraktion und machte sich Gedanken über die Aufstellung einer Bank im Ortsteil Altencelle.“ Für Falkenhagen war es „beeindruckend selbstverständlich“, wie er sich auf dieser Ebene engagierte, neue Gedanken in die Diskussion einbrachte und schnell Kontakt zu betroffenen Bürgern, zu Kindergärten und Schulen aufnahm. „Wir haben mit Harald Range einen Menschen verloren, der plötzlich unter uns war, als wäre er immer unter uns gewesen“, sagte Falkenhagen.

Ebenso bestürzt war Celles Oberbürgermeister Jörg Nigge (CDU), der ihn „als Politiker, vor allem aber als Menschen sehr schätzen gelernt“ hatte. „Mit Harald Range haben wir einen Kommunalpolitiker mit Augenmaß verloren, der sich stets der Sache und dem Bürger verpflichtet fühlte. Es gelang ihm immer wieder in bewundernswerter Manier unter persönlicher Zurückhaltung, die Interessen der Allgemeinheit in den Vordergrund zu stellen“, so Celles Stadtoberhaupt.
Seit 2016 hatte sich Range in der Lokalpolitik engagiert.

Er war bis zuletzt auch Präsident des Landesschiedsgerichts der niedersächsischen Freien Demokraten. FDP-Landesvorsitzender Stefan Birkner würdigte ihn: „Mit ihm haben wir einen großen niedersächsischen Liberalen verloren, der sich mit seiner klugen und feinsinnigen Art entschlossen und engagiert für den demokratischen Rechtsstaat eingesetzt hat und seinen Prinzipien allen Widrigkeiten zum Trotz stets treu geblieben ist.“

Auch in Celler Juristenkreisen sorgte die Nachricht von Ranges Tod für tiefe Bestürzung, wie sein Nachfolger im Amt des Generalstaatsanwaltes, Frank Lüttig, sagte. Für ihn sei Range „stets ein Vorbild und Wegbegleiter“ gewesen. Er habe „wie kaum ein anderer“ das Bild der Generalstaatsanwaltschaft Celle „auf sehr menschliche Weise geprägt“ und der Justiz in ganz Deutschland „einen großen Dienst geleistet“, so Lüttig.

Niedersachsens Justizministerin Barbara Havliza (CDU) ist von Ranges Tod tief getroffen. „Harald Range war eine der großen Persönlichkeiten der niedersächsischen, aber auch der deutschen Justiz insgesamt“, so Havliza. „Er war ein Jurist mit festen Prinzipien. Er hat einen außerordentlichen Beitrag zur Strafrechtspflege und zum Erhalt der inneren Sicherheit in Deutschland geleistet. Darüber hinaus war er ein großartiger Mensch“, sagte die Ministerin.

Der gebürtige Göttinger erhob als Generalbundesanwalt unter anderem Anklage gegen die mutmaßliche NSU-Terroristin Beate Zschäpe. Nur kurze Zeit später war er mit Fragen möglicher elektronischer Angriffe fremder Geheimdienste befasst gewesen. Dazu hatte Range das neue Ermittlungsreferat „Cyberspionage“ eingerichtet. In seiner Amtszeit als Generalbundesanwalt hatten Ermittlungsverfahren aus dem Bereich des islamitischen Terrorismus spürbar zugenommen. 2015 stolperte Range über die Affäre um den Internetblog „Netzpolitik.org“. Seine Behörde hatte gegen zwei Journalisten wegen Landesverrats ermittelt.

Der jüngste Kind an der Kreismusikschule ist ein Jahr alt und besucht zusammen mit einem Elternteil den Musikgarten. Die beiden ältesten Schüler sind 79 Jahre alt und singen im Chor. Der älteste Instrumentalist ist 76 Jahre alt und spielt Saxofon: Zum Ausprobieren sämtlicher Instrumente und Stilrichtungen lädt die Kreismusikschule Celle am morgigen Samstag von 15 bis 18 Uhr ein. Der "Tag der offenen Tür" findet im Hauptgebäude, Julius-von-der-Wall-Straße 4, statt.

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