Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Einblicke in mafiöse Strukturen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Einblicke in mafiöse Strukturen
16:21 21.09.2018
Christian Brückner bei seinem Auftritt im Oberlandesgericht Celle. Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Celle

Die Mafia – nichts fasziniert und ängstigt Menschen so sehr wie diese kriminelle Vereinigung, die ihre Fäden von Sizilien aus über die ganze Welt spannt. Ursprünglich als Geheimbund gegründet, der armen Bauern half, sich gegen Großgrundbesitzer zu wehren, ist von der Romantik der ersten Zeit nicht mehr viel übrig geblieben. Das Literaturfest der VHG-Stiftung machte sich das Thema „Beziehungen“ zum Hauptthema und bot unter dem Titel „Eine ehrenwerte Familie“ einen Einblick in die mafiösen Strukturen.

Der Plenarsaal des Oberlandesgerichts in Celle war bis auf den letzten Platz besetzt. „Wir hätten noch viel mehr Karten verkaufen können“, sagt Dr. Andreas Scholz, Vizepräsident des OLG, bei seiner Begrüßung. Allerdings hätte man dann den Veranstaltungsort wechseln müssen und das war nicht gewollt. Der frisch renovierte Plenarsaal des OLG schien wie kein anderer Ort geeignet, um über kriminelle Strukturen zu erzählen. Hauptanziehungspunkt zur Veranstaltung war mit Sicherheit auch Christian Brückner, Schauspieler und die deutsche Stimme von Robert de Niro. Passender hätte die Wahl vermutlich auch nicht ausfallen können, wenn man sich einen Abend mit der Mafia beschäftigen will, denn de Niro verkörperte unter anderem den finsteren Paten Vito Corleone in dem Film „Der Pate“.

Und auch die Rahmenbedingungen im Plenarsaal hätten an diesem Abend nicht besser passen können, denn es herrschten, wie Moderatorin Margarete von Schwarzkopf versicherte, die selben Temperaturen wie derzeit in Sizilien. Diesen Umstand hatte man allerdings nicht der Mafia, sondern der Klimaanlage zu verdanken, die kurzfristig ausgefallen war. „Wir haben hier vielleicht auch mafiöse Strukturen“, vermutete Scholz, der diese für den technischen Ausfall verantwortlich machte.

In einem Wechsel aus Erzählungen und Lesungen aus bekannten Romanen erhielten die Besucher einen Einblick in die Strukturen der Mafia und erfuhren: der Name tauchte erstmals um 1863 auf. Der genaue Ursprung und die Bedeutung sind heute nicht mehr wirklich nachzuvollziehen.

Von jeher allerdings bot die Mafia Buchautoren und Drehbuchschreibern genug Stoff für ihre Werke, immer garniert mit einem Schuss Romantik, was augenscheinlich aus dem Punkt herrührt, der der Mafia auch in Wirklichkeit der wichtigste ist „La Familia“. Die Familie stellt den wichtigsten Kern der Mafia wieder, erstreckt sich allerdings nicht nur auf Verwandte, sondern bedeutet vielmehr „der Clan“. Zusammenhalt also ist es, was die Mafia beflügelt, die Ehre spielt eine wichtige Rolle.

Die ursprüngliche Mafia, wie man sie aus Sizilien kennt, hat heute viele Ableger, die sich über die ganze Welt verteilen und nicht immer geht es dabei wirklich noch um die „mafiösen Grundwerte“. Einzelne Passagen aus bekannten Büchern, vorgelesen von Brückner, verdeutlichten dieses eindrucksvoll oder wie er es selbst beschrieb: „Die Faszination lässt sich nicht leugnen. Die Mafia bekommt auch für mich durch Filme und Bücher etwas Mystisches.“

Von Birgit Stephani

Das junge Jazz-Sextett „Was Nun“ begeistert auf der Bühne des Celler Schlosstheater das Publikum in jeder Aufführung. CZ-Mitarbeiterin Doris Hennies sprach mit Bandleader Moritz Aring.

21.09.2018

Das Theaterstück „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran / Aufstand“ feiert im Malersaal am Donnerstag, 4. Oktober, im Malersaal Premiere.

21.09.2018

Der Griff zum Handy ist für viele Menschen auch am Steuer oder auf dem Fahrrad normal. Wie gefährlich das Lesen einer Nachricht im Verkehr ist, darauf hat die Polizei aufmerksam gemacht.

21.09.2018