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Celle Stadt Eindrucksvoller Konzertabend mit Christoph Marks und Julia Goldstein
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Eindrucksvoller Konzertabend mit Christoph Marks und Julia Goldstein
09:50 29.11.2010
Christoph Marks und Julia Goldstein im Beckmannsaal - Foto: Jakubowsky Quelle: Hartmut Jakubowsky
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Mit Kammermusikwerken von Claude Débussy, Ludwig van Beethoven, Igor Strawinsky und Edvard Grieg hinterließen sie einen hervorragenden Eindruck. Technisch ist ihr Spiel makellos und ausgereift, ihr Zusammenspiel wirkt sicher und auch in der musikalischen Ausarbeitung der einzelnen Werke blieben kaum Wünsche offen. Der stets sehr harte Bogenansatz im Cello allerdings und ein bisweilen übertriebenes Fortespiel im Klavier erschwerten jedoch die klangliche Durchdringung beider Instrumente. Da hätte man sich manches zarter und einfühlsamer vorstellen können. Bemerkbar machte sich das bereits im Prologue von Debussys einziger „Sonate pour violoncelle et piano“, die das Cello im Verhältnis zum Klavierpart deutlich bevorzugt. Ausgewogene dynamische Steigerungen, feine klangliche Ausformungen und ein behutsameres Eingehen auf die Intentionen des Partners hätten der Wiedergabe dieses Werks sicher gut getan.

Strawinskys „Suite italienne“ in einer Bearbeitung des ukrainischen Cellisten Gregor Piatigorsky kam solche Musizierweise, die musikalische Bravheit und etüdenhafte Darstellung vermied, mit einer flott-fröhlichen Introduzione und einem virtuos stürmischen Finale schon eher entgegen.

Leicht und locker, fast heiter und ohne jedes aufgesetzte Pathos gaben sich die sieben Variationen über das Thema „Bei Männern, welche Liebe fühlen“ von Ludwig van Beethoven. Den Abschluss des Konzertabends bildete die Sonate für Cello und Klavier a-Moll op. 36 von Edvard Grieg. Christoph Marks und Julia Goldstein fanden hier zu fulminantem und hoch konzentriertem Zusammenspiel mit dramatisch sich türmenden Steigerungen im Fortissimo, fein gestalteten, lyrischen Passagen im Pianissimo und schließlich mit einem stürmisch drängenden Schluss-Allegro in rasantem Tempo. Ein mitreißender Abschluss eines eindrucksvollen Konzertabends und lang anhaltender Beifall mit einer Zugabe.

Von Hartmut Jakubowsky