Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Eine kunstvolle Augenweide
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Eine kunstvolle Augenweide
13:51 19.12.2011
Susanne Hoffmann: "Der Lˆwe ist los"; Mischtechnik mit Skatkarten. Quelle: Rolf-Dieter Diehl
Celle Stadt

Eine wahrhaft kunstvolle Augenweide bieten die 55 Zeichnungen, Gemälde, Grafiken, Collagen, Fotodrucke, Skulpturen und Installationen von über zwanzig Künstlern dem Betrachter. „Die Schau steht ganz unter dem Zeichen der Veränderung und der Individualität“, betonte BBK-Vorsitzender Lutz Wiedemann bei der Begrüßung der rund 80 Gäste und verwies unter anderem zum einen auf die zeitkritischen Ansätze, zum anderen auf die experimentellen Techniken einzelner Künstler. Das täuscht allerdings nicht darüber hinweg, dass auch wieder einige hinlänglich bekannte „Dauerbrenner“ unter den Exponaten zu sehen sind. Doch das sind Ausnahmen. Aber sie bestätigen einen Trend in der heutigen Kunstentwicklung: Auf der einen Seite gibt es Künstler, die auf Errungenschaften der Vergangenheit aufbauen und dabei bisweilen auf der Stelle treten, auf der anderen Seite Künstler, die nach ganz neuen Wegen suchen, dabei auch mal Konventionen über den Haufen werfen und neue Konzeptionen entwickeln.

Der Gesamteindruck der diesjährigen Ausstellung bestätigt indes Wiedemanns Worte: Die Vitalität der Kunst liegt in ihrer Unberechenbarkeit, sie braucht die ständige Erneuerung und Veränderung. Tatsächlich unterstreicht die überwiegende Anzahl der Exponate im Ergebnis, wie sehr ein Künstler immer auch ein Suchender ist, ein Forscher, immer auf der Suche nach neuen Möglichkeiten oder nach einer Verbesserung. Dieser Prozess der stetigen Weiterentwicklung fordert aber auch dem Betrachter ständig neue Anstrengungen ab. Er muss sich nämlich ebenfalls stets auf’s Neue bemühen, Zusammenhänge – etwa bei Erwin Großes „Wendland-Blues“, Norbert Diemerts „Kraft der Stille“ oder Friederike Witt-Schiedungs „Frierenden Ästen“ – zu erkennen und zu begreifen, um schließlich die Leistung des Künstlers zu verstehen und richtig würdigen zu können. Auch deshalb ist die Schau mehr als einen Besuch wert. Allerdings würde man den Besuchern sehr entgegen kommen, wenn man die einzelnen Exponate statt mit einer laufenden Nummer mit dem Namen des Künstlers und dem Titel der jeweiligen Arbeit versehen würde.

Die Ausstellung ist bis zum 15. Januar (außer am 24., 25. und 31. Dezember) dienstags bis sonntags von 10 bis 13 Uhr und von 13:30 bis 17:00 Uhr, am 1. Januar von 13 bis 16 Uhr zu sehen.

Von Rolf-Dieter Diehl