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Celle Stadt Eine moderne Plastik für den Rektor
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Eine moderne Plastik für den Rektor
15:19 27.11.2018
Unterstützen die Initiative „bauhausSchauhaus, die im Rektorenhaus ein Museum mit vielen Exponaten einrichten möchte“: (von links) Jochen Meiners, Rudolf Becker, Reinhard Toboll, Frank Simon, Anke Maeker, Dietrich Klatt, Kristina Tochtermann und Wulf Haack. Quelle: David Borghoff
Celle

Vor über 90 Jahren ist es entstanden. Jetzt gibt es neue Pläne fürs Rektorenhaus an der Sägemühlenstraße: Parallel zum Bau der Altstädter Schule in den Jahren von 1926 bis 1928 entstand in der Südwestecke des Schulgeländes das Wohnhaus für den Rektor der Schule. Das Gebäude ist aus mehreren Kuben zusammengesetzt und bietet drei Wohnräume im Erdgeschoss sowie die Schlafräume im Obergeschoss. Es ist ein interessantes Gebäude des Neuen Bauens mit den ineinander geschobenen Kuben, Flachdächern, Übereckfenstern und den variierenden Fensterformen sowie einem Freisitz. Das Einfamilienhaus wirkt wie eine abstrakte kubische Plastik.

Farbigkeit war Haesler besonders wichtig

Zusammen mit dem Direktorenhaus an der Magnusstraße zählt das Gebäude zu den wenigen Beispielen des modernen Einzelhausbaus von Haesler in der Zeit der Weimarer Republik. Vieles ist in dem Haus noch im Originalzustand. Viel Wert hatte Haesler auf die Farbigkeit gelegt. Der Celler Kunst- und Kulturexperte Dietrich Klatt erinnert sich: „Ein Freund von mir ist während der Nazizeit im Rektorenhaus aufgewachsen. Seine Mutter hat immer über die bunten Innenwände geschimpft.“

KAV-Gymnasium nutzte das Rektorenhaus

Leider ist die originale Farbigkeit im Laufe der Jahre verloren gegangen. Ebenso wohnt heute auch nicht die Rektorin der Altstädter Schule in dem Haus. Es befindet sich schon lange im Besitz des Landkreises Celle und ist mit den später angefügten Anbauten selbst zur Schule umfunktioniert worden. Bis zum Sommer 2004 war hier die Sprachheilschule untergebracht. Seitdem wird es vom KAV-Gymnasium genutzt.

Brandschäden sind beseitigt worden

Im Februar 2009 brannte es im Haus. Dank der schnellen Reaktion der Celler Feuerwehr wurde das Gebäude gerettet. Allerdings kam es in den Räumen zu großen Schäden durch die Rauchgase und das Löschwasser. Alle betroffenen Baustoffe, vorwiegend Wand- und Bodenbeläge, wurden erneuert. Im Vorfeld der Bauarbeiten ließ der Landkreis Celle ein Farbgutachten für die Innenräume erstellen, aufgrund dessen das Treppenhaus im Rahmen der Bauarbeiten nach dem Brand wieder die originale Farbgebung in Weiß und Rot erhielt. Ein Modell zeigt, dass Karl Völker für die Wohnräume im Erdgeschoss tatsächlich leuchtend rote und gelbe Wandflächen geschaffen hatte.

Touristen interessieren sich für Neues Bauen

Touristen interessieren sich nicht nur für die Fachwerkbebauung in der Altstadt, sondern auch für die Haesler-Bauten. Die Tourismusbranche hat mit entsprechenden Angeboten reagiert, die im nächsten Jahr zum 100. Bauhaus-Jubiläum noch deutlich ausgebaut werden. „Wir haben bereits in diesem Jahr einen deutlichen Anstieg der Besucherzahlen erfahren“, betont Stadtführerin Anke Maeker, die sich gemeinsam mit einigen Kolleginnen auf das Thema Bauhaus in Celle spezialisiert hat.

Das wäre bundesweit einmalig

Schon lange bemüht sich die Otto-Haesler-Stiftung darum, das Rektorenhaus zu einem weiteren touristischen Anlaufpunkt auszubauen. Hier könnten die Besucher das bürgerliche Wohnen im Stil des Modernen Bauens der 20er Jahre – bundesweit einmalig – direkt erleben. Ziel ist es, Haesler zum Anfassen zu bieten. Mit dem Haesler-Museum und den Museumswohnungen im Blumläger Feld ist das für den Kleinstsiedlungsbau schon ausgezeichnet gelungen.

Otto Haesler Stiftung perspektivisch im ganzen Haus

Der Landkreis Celle hat das Treppenhaus sowie die drei Wohnräume im Erdgeschoss der Otto-Haesler-Stiftung zur Verfügung überlassen. Kreisverwaltungsdirektor Reinhard Toboll vom Landkreis Celle betont: „Die drei Räume im Erdgeschoss sind für uns der erste Schritt. Die langfristige Perspektive ist die komplette Freistellung des Gebäudes zu Gunsten der Stiftung.“

Möbel aus den 20ern sind vorhanden

Die Möblierung im Stil der 20er Jahre ist bereits vorhanden. Sie stammt aus Celler Familienbesitz, dem Privatbesitz von Otto Haesler und aus einer umfangreichen Privatsammlung. Allerdings fehlen nun aber ungefähr 50.000 Euro, die für den Rückbau der Räume und die Wiederherstellung des Originalzustands gemäß der wiederentdeckten Farbigkeit benötigt werden.

OB als Schirmherr, hat aber kein Geld

Oberbürgermeister Jörg Nigge hat zwar die Schirmherrschaft für dieses Projekt übernommen, die Stadt Celle fällt allerdings auf Grund der schlechten Finanzlage als Geldgeber aus. Selbstverständlich können auch die kürzlich bewilligten Fördergelder für die dringend notwendigen Sanierungen der Altstädter Schule und des Blumläger Felds für die Umgestaltung im Rektorenhaus nicht angezapft werden. Diese Gelder sind zweckgebunden.

BauhausSchauhaus bittet um Spenden

In dieser Situation hat sich die Initiative „bauhausSchauhaus“ gegründet, um für Spenden an die Otto-Haesler-Stiftung zu werben. Denn ohne die Unterstützung der Celler Bevölkerung und der Celler Firmen ist das Ziel nicht zu erreichen, die zurück gebauten und zeitgemäß ausgestatteten Wohnräume des Rektorenhauses am 11. Mai 2019 der Öffentlichkeit vorzustellen. Auch Sachleistungen von Handwerksbetrieben sind willkommen. Für Geld- und Sachspenden stellt die Otto-Haesler-Stiftung Spendenbescheinigungen aus.

Spendenkonto fürs Rektorenhaus

Spenden nimmt die Otto Haesler Stiftung unter der Konto-Nummer DE11 2575 0001 0091 9466 08 und dem Verwendungszweck „Freundeskreis Rektorenhaus“ entgegen.

Von Petra Senftleben

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