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Celle Stadt Einmal die Kanzlerin in Celle sehen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Einmal die Kanzlerin in Celle sehen
21:07 07.09.2016
Mehr als 2.000 Celler haben am Mittwochabend Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Großen Plan begrüßt. Unerträglich für viele Besucher war das minutenlange Gebrüll von Pegida-Sympathisanten, die "Merkel muss weg" und "Wir sind das Volk" riefen. Quelle: Michael Schäfer
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Taschenkontrollen, Straßensperren und Männer in dunklen Anzügen mit Knopf im Ohr: Wenn die Bundeskanzlerin kommt, bleibt nichts dem Zufall überlassen. Bereits ab 17 Uhr der Große Plan abgesperrt und die Polizei kontrollierte Taschen und Rucksäcke. Die ersten Besucher der Veranstaltung versammelten sich vor der Bühne und genossen ein Eis in der Abendsonne. So auch die Celler Karl-Heinz und Gunde Kuhls. Das Ehepaar war früh gekommen, um den Auftritt der Kanzlerin zu sehen. "Ich vertrete die Positionen der Kanzlerin, aber die sind schwer zu vermitteln. Mal sehen, wie sie hier in Celle ankommt", sagte Karl-Heinz Kuhls.

Ab 17.30 Uhr begann der Einlass für den abgesperrten Bereich vor der Bühne und bereits nach wenigen Minuten war kaum noch ein Sitzplatz zu bekommen. Pünktlich um 19 Uhr, als Angela Merkel die Bühne betrat, standen Tausende Celler dicht gedrängt, um die Rede der Kanzlerin zu hören. Sie wurde begleitet von Pfiffen und "Buh-Rufen", die von Pegida-Sympathisanten und Linksextremen kamen. Immer wieder störten sie die Veranstaltung mit Pfiffen und riefen "Merkel muss weg". Ein Handgemenge zwischen einem Mitglied einer rechten Gruppierung und einem weiteren Besucher wurde schnell von der Polizei aufgelöst.

"Gerne hätten wir mehr von der Veranstaltung gehört, wenn sie durch die Gruppe nicht dauernd gestört worden wäre", sagten Margitta und Hubert Beyel nach der Veranstaltung. Mit dem Auftritt der Kanzlerin war das Ehepaar sehr zufrieden. "Mecklenburg-Vorpommern hat ja gezeigt, dass selbst regionale Wahlen von großen weltpolitischen Themen wie der Flüchtlingskrise beeinflusst werden. Deswegen fanden wir es gut, dass sie sich auf die Region konzentriert hat", sagte das Ehepaar.

Für Aufsehen sorgte ein Transparent an der Fassade des Lisa-Korspeter-Hauses. Darauf hieß es: "Willkommen in Köln, Frau Merkel" und spielte auf die Abschreibaffäre von Oberbürgermeisterkandidat Jörg Nigge an. Die Stadtverwaltung ermahnte die Celler SPD und forderte sie auf, das Plakat heute zu entfernen – dann, wenn Angela Merkel ohnehin längst wieder "daheim" angekommen ist. Die Junge Union wusste sich zu helfen und verdeckte mit Luftballons den Gruß der SPD.

Michael Ottinger und Dagny Rößler