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Celle Stadt Einmal vom Ur-Dei zur Kaskade und zurück
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Einmal vom Ur-Dei zur Kaskade und zurück
15:51 28.04.2013
Geht das in Celle nicht noch lauter? Eric Fish war am Sonnabend zu Gast in der CD-Kaserne und spielte vor rund 220 Zuhörern. Quelle: Katja Müller
Celle Stadt

Er plauderte über das neue, „sehr persönliche Album“ Kaskade. Und von der Tour, bei der es fast jeden Tag einen anderen Support gäbe. In Celle nun habe er alte Freunde um das Anwärmen der Bühne gebeten: der Schulz, bekannt als Frontmann der Hannoveraner Dark-Rock-Band Unzucht, sollte für eine knappe Stunde Stimmbänder und Handflächen des Publikums auf ein dreistündiges Fish-Happening vorbereiten. „Ich will Eure Hände sehen“, rief er dem Publikum deshalb mehrmals zu.

Und das Publikum sang. „Bitte nicht so homöopathisch! Mehr pathologisch!“, wollte es Fish dann zum Auftakt haben. Und: „Wir verbringen den Abend alle gemeinsam kaserniert in einer Zelle“, wortwitzelte er, bevor er zum „Dei“ kam. Ausgehend vom „Ur-Dei“, selbstredend. Fans des Subway-to-Sally-Frontmanns kennen die Hymne – und der Rest des rund 220 Zuhörer stimmten ein. Bis das Publikum pfiff.

Bald sollte das Publikum bei einer Coverversion des Songs „Walk on the ocean“ schunkeln. Jede Reihe gegensätzlich zur vorderen. „So haben wir das Gefühl, auf den Ozean zu sehen und können testen, ob wir seekrank werden“, kommentierte der Meister seine Instruktionen. Und das Publikum wogte.

Später, nach der Pause, plätscherte weitere Songs die Kaskade herunter, vieles unüberhörbar nachdenklich-poetisch. Der Fanclub „Traumfänger“ verteilt Wunderkerzen. „Wenn ein Song verstanden wird, ist das einfach das größte.“ Und der Saal funkelte.

Bis bis die fünf Musiker sich offenbar warm gespielt hatten: fette Gitarren, aufgefangen von einem wunderbaren Cello, an dem kein anderer als Herr B.Deutung vier Stunden lang brillierte, wuchsen zu einer irischen Vollblutrunde. Und das Publikum wippte.

„Könnt Ihr noch? Aber eigentlich ist die Frage: Wollt Ihr noch?“ Und die Celler wollten. Bis weit nach Mitternacht. Das Publikum dankte. Mit stehenden Ovationen.

Katja Müller