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Celle Stadt Einsperr-Panne: Opa hinter Celler Gittern
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Einsperr-Panne: Opa hinter Celler Gittern
18:18 18.08.2017
Von Michael Ende
Schnappschuss beim „Knastbesuch“: Während Rolf Biedorf noch hinter Gittern schmort, freut sich seine Frau Sieglinde, dass auch Enkelin Lilou zum Rettungseinsatz erschienen ist: „Opa soll frei sein.“ Quelle: Fremdfotos/eingesandt
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Biedorf hatte bei Arbeiten am Haus seines Sohnes in der Mauernstraße geholfen und wollte danach mit dem Auto nach Dresden zurück. Da fiel die Lichtmaschine seines Wagens aus. Der ADAC half rasch und transportierte Biedorf und sein Auto sicher gegen 19 Uhr auf den offenen Hof des Autohauses Dürkop an der 77er Straße. „Der gelbe Engel verschwand grüßend, und ich packte seine Sachen in einen Koffer, da ich bei meinem Sohn übernachten wollte, um abzuwarten, dass das Auto am nächsten Tag repariert wird“, so Biedorf. Als er seine Sachen aus dem Kofferraum des Wagens hievte und sich auf den Weg machen wollte, ging es auf einmal nicht mehr weiter: „Das große Gittertor des Betriebshofes war inzwischen geschlossen worden. Davon hatte ich gar nichts mitbekommen. Und die Abschließer hatten mich auch nicht bemerkt.“

Wie gut, dass es Handys gibt, meint Biedorf: „Wir riefen dann den 24-Stunden-Service von Dürkop an, aber der sagte, dass er keine Schlüssel hätte. Auch der ADAC war machtlos. Nur die Polizei unter dem Notruf 110 fand, dass ich in einer echten Notlage war.“ Die Polizei schaltete die DRK-Rettungsstelle ein, und so fanden sich zwei hilfsbereite Sanitäter, die mir mit einer Leiter über das Gittertor halfen.“ Eine zweite Leiter, die er brauchte, um auf den Zaun hinaufzukommen, hatte der Eingesperrte auf dem Dürkop-Gelände gefunden. Auch Enkelin Lilou erschien mit ihren Eltern zum Rettungseinsatz: „Opa soll frei sein.“ Nach über zwei bangen Stunden war es soweit: Biedorf war wieder in Freiheit.

Biedorfs „Ausbruch“ blieb nicht unbemerkt: „Nachdem die Polizei in der Nacht den Einsatz abgeschlossen hatte, rückte um 21.30 Uhr die Feuerwehr mit mehreren Fahrzeugen an und durchkämmten erfolglos das Dürkop-Hauptgebäude bis zum vierten Stock. Sie suchten mich oder den verursachenden Störenfried, denn ich hatte vergeblich an vielen wahrscheinlich alarmgesicherten Türen gerüttelt.“ Dürkop-Filialleiter Ingo Hannig staunte, als er hörte, wie viel auch nach Toresschluss noch auf dem Betriebsgelände los sein kann. Für das Schließen des Tores sei nicht Dürkop, sondern der Vermieter der von mehreren Firmen genutzten Anlage zuständig. Einschlüsse sollten nicht mehr vorkommen, so Hannig: „Eine Notfallnummer wird umgehend durch den Vermieter am Tor angebracht, damit eine derartige Situation nicht mehr passieren kann.“

Wenn Rolf Biedorf an seine "Knastzeit" in Celle denkt, muss er lachen: “Ich habe das alles mit Humor genommen. Naja, das Schleppen der schweren Leiter im riesigen Innenhof hat mich doch an den Rand der Leistungsfähigkeit gebracht. Doch es ist eine lustige Geschichte, in deren Verlauf ich viele nette und hilfsbereite Celler kennen gelernt habe.“