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Celle Stadt Eisermann schließt Imbiss in Celler Innenstadt
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Eisermann schließt Imbiss in Celler Innenstadt
14:43 03.01.2014
Von Oliver Gatz
Veranstaltungsgastronomie läuft weiter: Aufbau des Eisermann-Standes beim Weihnachtsmarkt. Quelle: Peter Müller (Archiv)
Celle Stadt

"Betriebsferien bis 5. Februar" steht auf einem Schild am Eingang von Eisermanns Wurst-Braterei. Doch der stadtbekannte Imbiss am Markt macht seine Pforten nicht wieder auf, der Grill bleibt abgeschaltet. Gastronom Benno Eisermann hat das Geschäft Ende des Jahres geschlossen. Zuletzt beschäftigte der Dehoga-Kreisvorsitzende dort fünf festangestellte Mitarbeiter. Die müssen sich nun nach einem neuen Job umsehen.

"Seit dem Überfall vor zweieinhalb Jahren bin ich nach wie vor gesundheitlich sehr angeschlagen", nennt Eisermann einen Grund für die Geschäftsaufgabe. Die Ärzte hätte ihm geraten, kürzer zu treten. Das sei maßgebend für die Schließung gewesen. Doch letztlich dürfte die wirtschaftliche Lage eine wesentliche Rolle gespielt haben. "Wenn's wirtschaftlich richtig viel Spaß gemacht hätte, wäre vielleicht eine andere Lösung denkbar gewesen", räumt Eisermann ein.

Fast 14 Jahre lang existierte der Imbiss gegenüber der Stadtkirche. Damals mietete Eisermann die Gewerbefläche, sanierte sie und richtete sie neu ein. Jetzt wechselte die Immobilie ihren Besitzer. Gemeinsam mit dem neuen Eigentümer sucht Eisermann nun nach einem Nachfolger. "Interessenten gibt es bereits. Da wird es etwas Neues geben, allerdings ohne das Unternehmen Eisermann", sagt der Gastronom. Nähere Angaben macht er nicht. Insofern ist offen, welches Angebot die Celler dort in Zukunft erwartet. Eine Entscheidung soll bis 5. Februar fallen.

Nach Angaben des Dehoga-Kreisvorsitzenden hat die Gastronomie in Celle zu kämpfen. Das sei an den zahlreichen Leerständen abzulesen. "2013 war kein gutes Jahr", klagt Eisermann. "Die Zahlen in der Gastronomie waren nicht berauschend. Wir hoffen, dass sich die Lage bessert." Dafür sprächen die steigenden Übernachtungszahlen und die anziehende Konjunktur. Der Dehoga-Chef hofft, dass von der positiven Entwicklung Hotellerie und Gastronomie profitieren werden.

Nach Aufgabe der Wurst-Braterei in der Innenstadt existiert nur noch der Eisermann-Betriebssitz in der Industriestraße in Altencelle. Dort befinden sich Büros, Küche und Lagerräume für die Veranstaltungsgastronomie, die der Geschäftsmann fortführen möchte. "Das bleibt dort alles erhalten", betont Eisermann. Mit seinen Imbissständen ist Eisermann regelmäßig bei den großen Veranstaltungen der Stadt vertreten. Außerdem wird er für private Feiern und Firmenjubiläen engagiert.

Als es dem City-Imbiss noch wirtschaftlich besser ging, beschäftigte Eisermann dort zeitweise acht festangestellte Mitarbeiter. Denjenigen, die sich jetzt einen neuen Job suchen müssen, stellt der Gastronom in Aussicht, sie im Sommer als Saisonkräfte einzustellen. "Wenn die Open-Air-Saison wieder losgeht, haben sie die Chance, bei uns eingesetzt zu werden, sofern sie bis dahin keine andere Beschäftigung gefunden haben", sagt Eisermann. "Diese Option gibt es auf jeden Fall."

Chancen für die Celler Gastronomie sieht der Dehoga-Kreisvorsitzende in der regionalen Küche. "Das ist zur Zeit das Erfolgsrezept, das von immer mehr Gastronomen aufgegriffen wird." Auf Platz zwei der Publikumsmagneten steht nach Eisermanns Angaben die saisonale Küche, gefolgt von Bio-Lebensmitteln. Solche Produkte seien mittlerweile auch in der Gastronomie stärker gefragt.