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Celle Stadt Eklat im Celler Rathaus: Mende wirft Politiker raus
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Eklat im Celler Rathaus: Mende wirft Politiker raus
20:16 19.02.2014
Von Andreas Babel
Das Celler Rathaus war heute Ort eines Eklats. Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Die Nerven liegen offenbar blank im Celler Rathaus: Celles Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD) hat eine Sitzung der Fraktionsvorsitzenden des Celler Rates abrupt abgebrochen und die Politiker des Sitzungssaales verwiesen. „Mende offenbart Charakterzüge, die mit der Würde des Amtes nicht vereinbar sind. Der Mann hat sich nicht unter Kontrolle. Er ist schon öfter wie ein HB-Männchen hochgegangen“, sagte Michael Bischoff, der für die CDU an der Sitzung teilnahm. Alle Politiker seien „sehr betreten gewesen“.

Wie war es zu diesem Eklat gekommen? „Ich habe die Frage gestellt, ob man nicht während der nächsten Ratssitzung am Donnerstag, 27. Februar, die Frage der Neuwahl der Ersten Stadträtin mit erledigen könne, zumal die CDU für eine Neuwahl des neuen Stadtbaurates gestimmt habe, obwohl wir auch darauf hätten verzichten können, diesen Posten überhaupt auszuschreiben“, berichtete Bischoff. Daraufhin sei Mende „explodiert“. Er lasse sich nicht „erpressen“ und forderte die Teilnehmer an der Sitzung auf, das Sitzungszimmer und das Rathaus zu verlassen. Bischoffs Frage, ob das denn ein Rausschmiss sei, habe Mende bejaht und auf sein Hausrecht verwiesen.

Bei der Sitzung sollten die kommenden Sitzungen des Verwaltungsausschusses und des Rates vorbereitet werden. Zudem sollte offenbar ein Vertreter des Sanierungsträgers KGSt den Politikern berichten, wozu es dann nicht mehr kam.

Dirk-Ulrich Mende und SPD-Fraktionsvorsitzender Jürgen Rentsch waren gestern für die CZ nicht erreichbar. FDP-Fraktionschef Joachim Falkenhagen meinte nur: „Ich habe an einer internen Dienstbesprechung teilgenommen und werde dazu nichts sagen.“ Oliver Müller (BSG) hatte via Facebook die Diskussion über diese Sitzung öffentlich gemacht: Er schäme sich dafür, diesen Oberbürgermeister gewählt zu haben. Ironisch meinte er: „Zu seiner Verteidigung: Drei hatten eine andere Meinung als supermen.de... Glückwunsch, Celle!!! So ein souveräner Chef im Rathaus.“ WG-Fraktionschef Torsten Schoeps findet es „sehr bedauerlich, wenn wir die wichtige Aufgabe, den Haushalt der Stadt zu sanieren, durch solch eine heftige Reaktion nicht bewältigen können“.

Ein möglicher Grund für die Dünnhäutigkeit des von der Bevölkerung gewählten SPD-Stadtoberhauptes: Heute verhandelt das Verwaltungsgericht Lüneburg über die Frage, ob Mendes Verhalten legal war, den Verwaltungsspitze so umzubauen, dass die Wirtschaftsförderung künftig sein Ressort würde. Das würde bedeuten, dass nicht mehr die Erste Stadträtin, die CDU-Frau Susanne Schmitt, für diesen Bereich zuständig wäre. Mende hatte gegen den Celler Stadtrat wegen dieser Sache geklagt. Die Gerichtsverhandlung werden heute weder Kläger noch Beklagte abbrechen können.