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Celle Stadt „Elegant“: Rat beerdigt Gedo-Center
Celle Aus der Stadt Celle Stadt „Elegant“: Rat beerdigt Gedo-Center
21:41 04.11.2010
Von Michael Ende
Gedo im Abrund. Karikatur: Frassl Ratsitzung Gedo Quelle: Peter Müller
Celle Stadt

CELLE. Bester Stimmung waren gestern Abend die rund 20 Center-Gegner, die vor der Ratssitzung vor der Alten Exerzierhallen gegen das Gedo-Projekt protestierten. Sie wussten: Würde der Celler Rat das beschließen, was vorher schon der städtische Verwaltungsausschuss beschlossen hatte, würden sie nicht noch einmal gegen Gedo demonstrieren müssen. Und so kam es auch: Die Politik beschloss mit dem Einstieg in einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan, dem Investor eine bittere Pille anzubieten, von der Gedo schon im Vorfeld gesagt hatte, dass man sie nicht schlucken wolle. Der Rat räumte den Center-Machern eine viermonatige Frist ein, in der sie es sich noch anders überlegen können.

Der Schwenk von einem Angebots-B-Plan hin zu einem vorhabenbezogenen Plan sei für die Stadt der einzig gangbare Weg, erläuterte Stadtbaurat Matthias Hardinghaus. Nur so könne die Kommune wirklich dauerhaft festschreiben, dass das Vorhaben auch alle von der Stadt als wichtig erachteten städtebaulichen Voraussetzungen erfülle – Bedingungen also, auf die man sich mit Gedo in den vergangenen Monaten nicht habe einigen können. Bedingungen, an die sich auch der spätere Käufer des Centers halten müsse. Hardinghaus: „Das Projekt braucht einen konsequenten Rat und einen zielstrebigen Investor.“

Die CDU sei weiterhin für ein Center, sagte Axel Fuchs (CDU) – allerdings nur für ein Center, das wichtige Voraussetzungen wie erstklassige Ankermieter und eine an die Altstadt angepasste Struktur erfülle. Indem man das Verfahren nun so konstruiere, dass der Investor abspringen müsse, spiele man Schwarzer Peter, meinte Hans-Herbert Encke (FDP). Wichtig sei, dass die jahrelange „Hängepartie“ zu einem Ende komme, unterstrich Jürgen Rentsch (SPD) und verwies auf den SPD-Antrag, dem zufolge die Stadt in Eigenregie für die Ansiedlung von H&M, Media Markt und eines Supermarktes sorgen solle.

Georgia Langhans (Grüne) fasste das Ergebnis des Abends zusammen: Gedo habe mehrfach schriftlich mitgeteilt, dass man nicht daran denke, sich auf einen vorhabenbezogenen B-Plan einzulassen: „Von daher ist das jetzt ein wunderbar eleganter Weg aus der Center-Planung.“