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Celle Stadt Endgültig: Celler SVO stellt bei Familie Wasser ab
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Endgültig: Celler SVO stellt bei Familie Wasser ab
18:11 06.05.2014
Von Gunther Meinrenken
Robert Petermann und Sylvia Hartmann und ihre Kinder Robert-Mirano und Manjano haben in ihrer eigenen Wohnung kein Wasser und kein Gas mehr. Die SVO hat die Versorgung gekappt, der Vermieter hat hohe Schulden beim Energieversorger. Quelle: Benjamin Westhoff
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Die SVO hat ihre Drohung wahr gemacht. Der lokale Energieversorger hat in einem Haus in der Straße Im Kreise die Wasser- und Gasversorgung gekappt. Leidtragende sind die Mieter, die fünfköpfige Familie Hartmann und eine weitere Mietpartei. Sie sind in einem Streit zwischen der SVO und dem Hausbesitzer unverschuldet zwischen die Fronten geraten.

Vor Weihnachten hatte sich das Unglück bereits angebahnt. Damals hatte die SVO schon einmal das Wasser abgestellt. Der Vermieter hat bei dem Unternehmen einen hohen Schuldenberg aufgetürmt. Nach CZ-Informationen soll es sich mittlerweile um ungefähr 13.000 Euro handeln. Der Hauseigentümer will und kann nicht zahlen. Das Problem: Die Abschläge haben die Mieter wie die Hartmanns, die Harzt-IV-Empfänger sind, an ihren Vermieter gezahlt. Doch die Beträge wandern direkt auf das Konto einer Bank, bei der Hauseigentümer hoch verschuldet ist.

Vor Weihnachten hatte die SVO das Wasser wieder angestellt. Der Energieversorger wollte erst einmal den Ausgang des Rechtsstreits mit dem säumigen Hauseigentümer abwarten. "Den haben wir jetzt gewonnen. Damit durften wir sperren", so SVO-Pressesprecher Andreas Gerow. Am vergangenen Mittwoch rückten SVO-Mitarbeiter mit Schlosser und Gerichtsvollzieher an, verschafften sich Zutritt zum Haus, sperrten Gas und Wasser und tauschten anschließend die Schlösser aus.

Familie Hartmann hatte diese Entwicklung nicht erwartet. "Strom beziehen wir nun über die SVO. Aber bei Wasser und Gas geht das angeblich nicht", so Silvia Hartmann, die jetzt mit ihren drei Kindern Melina, Robert-Mirano und Manjano sowie ihrem Lebenspartner Robert Petermann zum Waschen zu ihrer Mutter nach Neuenhäusen fahren muss. "Wir wissen nicht mehr, was wir jetzt machen sollen", sagt Hartmann verzweifelt. Zum Glück habe sie einen E-Herd, so könne sie noch kochen. Das Trinkwasser kaufe die Familie im Supermarkt.

Dass unter dem Rechtsstreit mit dem Vermieter letztlich Unschuldige leiden, spielt bei der SVO offenbar keine Rolle. "Wir können den Mietern auch keine Verträge über Gas und Wasser anbieten, weil wir schon mit dem Vermieter einen Vertrag haben", so Gerow. Zudem fehlten die technischen Voraussetzungen. Man müsste zuerst eigene Zähler einbauen. Aber auch das müsste der Hausbesitzer in Auftrag geben.

Einziger Ausweg: Hartmanns brauchen eine neue Wohnung. Sie habe in den vergangenen Monaten gesucht, beteuert Hartmann. Aber für eine fünfköpfige Familie sei es schwer. "Wir haben noch nichts Passendes gefunden", so die dreifache Mutter.