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Celle Stadt Energiesparen: SPD will Anreize für Celler Schulen schaffen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Energiesparen: SPD will Anreize für Celler Schulen schaffen
21:12 03.02.2014
Von Gunther Meinrenken
An der Grundschule Wietzenbruch hat die Stadt in den vergangenen Jahren einiges in die Sanierung der Gebäude investiert. In barer Münze zahlt sich das nicht unbedingt aus. Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

320.000 Euro hat die Stadt Celle 2012 für den Gasverbrauch in den Grundschulgebäuden ausgegeben. Für Strom kamen noch einmal 200.000 Euro hinzu, bei Wasser lagen die Ausgaben bei 47.500 Euro. Auf den ersten Blick hört sich das für die 15 Grundschulen in der Residenzstadt gar nicht so schlecht an. Doch in den Reihen der Politik ist man damit nicht zufrieden. "Mit einigem Aufwand im baulichen Bereich hat die Stadt in den letzten Jahren versucht, den Energieverbrauch an den Schulen signifikant abzusenken. Dies ist bisher nur in einem sehr überschaubaren Bereich gelungen", stellte die SPD jetzt in einem Antrag fest.

Im November vergangenen Jahres waren die Energiekosten an den Celler Grundschulen Thema im Schulausschuss. Ergebnis: Zwischen den Gebäuden gibt es deutliche Unterschiede. Insgesamt betrachtet ginge der Gasverbrauch tendenziell etwas zurück, bei Strom würde trotz intensiverer Nutzung der Verbrauch stagnieren – das kann auch als Erfolg verbucht werden. Der Wasserverbrauch sei allerdings eher steigend.

Beispiel Wietzenbruch. Hier hat die Stadt im Jahr 2008 die Turnhalle und die Umleiden saniert. 2010 bis 2012 folgten die Fassaden- und die Dachsanierung. Der Gasverbrauch an der Schule liegt nun unter dem Durchschnitt. Das könnte an der Fassaden- und Dachsanierung liegen, vermutet die Stadtverwaltung. Der Stromverbrauch steigt allerdings weiter an. Mögliche Ursachen: Beheizung von zwei Außengebäuden mit Strom, eine starke Beleuchtung der Außenflächen und die ganzjährige Nutzung durch den benachbarten Jugendtreff, heißt es in einem Bericht des Fachdienstes Hochbau und Gebäudewirtschaft. Auch der Wasserverbrauch sei überdurchschnittlich.

Die SPD setzt nun in einem Antrag auf die Einbindung der Nutzer der Schulgebäude. "Wir wollen Schüler, Eltern und Lehrer in den Prozess der Absenkung der Energieverbräuche in den Schulen einbeziehen", stellte Reinhold Wilhelms, SPD-Mitglied im städtischen Schulausschuss, fest. "Die SPD-Fraktion ist der festen Überzeugung, dass hier Einsparungen durch geändertes Nutzerverhalten durchaus möglich sind, dass diese aber nur erreicht werden können, wenn dazu Anreize für die Nutzer geschaffen werden", so Wilhelms weiter. Die SPD denkt dabei an finanzielle "Belohnungen", kann sich einen jährlichen Wettbewerb unter den Schulen vorstellen.

Im Neuen Rathaus beschäftigt man sich schon länger mit dem Thema Energieeinsparungen an den Schulen. Von dem SPD-Vorschlag ist man nicht restlos begeistert. Stadtsprecherin Myriam Meißner: "Auch Belohnungssysteme wurden immer wieder getestet und letztlich wieder abgeschafft. Problem dabei: Die Einrichtungen, die sowieso schon top sind und prima sparen, gehen meist leer aus."

Die Entwicklung der Verbräuche sei aber nicht nur von den Nutzern abhängig, sondern von vielen Faktoren, wie etwa alten Fenstern. "Gleichwohl werden sich die zuständigen Fachdienste zusammenschließen und in den Schulen auf Ursachenforschung gehen", sagte Meißner.

"Es ist geplant, die Energieverbräuche – insbesondere Gas und Strom – in den Schulgebäuden zukünftig im Facility-Management-Programm „Pit-Kommunal“ zu erfassen und zu dokumentieren. Nach der Umstellungsphase soll den Schulen ein kurzer Verbrauchsbericht zur Verfügung gestellt werden, damit die Entwicklung der Verbräuche leichter erkennbar wird", erklärte die Stadtsprecherin. Damit könne die Wirksamkeit von Energiesparprogrammen besser überprüft werden.