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Celle Stadt Engagierte Alltagshilfe für Familien
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Engagierte Alltagshilfe für Familien
15:29 12.12.2011
Betreuen als sogenannte Erziehungslotsen Familien, die zeitweilig in Not geraten sind oder sich in einer schwierigen Lebenslage befinden: die ehrenamtlichen Mitarbeiter der evangelischen Familienbildungsst‰tte, in der Mitte Sabine Hantzko. Quelle: Martina Hancke
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„Geben gibt“ heißt ein Sprichwort. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter der evangelischen Familienbildungsstätte (FABI) in Celle bestätigen es einhellig bei ihrem adventlichen Erfahrungsaustausch. Sie betreuen als sogenannte Erziehungslotsen Familien, die zeitweilig in Not geraten sind oder sich in einer schwierigen Lebenslage befinden.

Seit 2008 läuft das Projekt des niedersächsischen Familienministeriums in Celle. Zurzeit findet bereits der siebte Ausbildungskursus statt. „Doch wir können noch immer freiwillige Helfer gebrauchen, die Zahl der zu betreuenden Familien ist groß“, sagt Sabine Hantzko, FABI-Ausbildungsleiterin und Pädagogin. Mehr als die Hälfte der Hilfesuchenden sind zurzeit allein erziehende Mütter.

Sie zu entlasten, Unterstützung bei der alltäglichen Organisation des Haushalts anzubieten, Lebensfragen zu besprechen oder über Familienangebote vor Ort zu informieren – die Aufgaben der Erziehungslotsen sind vielfältig.

„Es geht nicht allein um Erziehungsfragen und die Betreuung der Kinder in schulischen Angelegenheiten, unsere Lotsinnen und –lotsen leisten auch Unterstützung im Umgang mit Behörden oder Beratungseinrichtungen“, so Hantzko.

Die Ausbildung, die überwiegend von Frauen in Anspruch genommen wird, dauert zwölf Wochen. Sie vermittelt Kenntnisse über Pädagogik und rechtliche Rahmen, bietet Handwerkszeug wie Kommunikationstechniken und Konfliktlösungsstrategien und informiert über Institutionen vor Ort, die weiter helfen können.

„Man nimmt für sich selbst ganz viel aus dieser Tätigkeit mit, lernt neue Menschen und Gedanken kennen und manchmal auch andere Kulturen“, erklärt Astrid Hälbig ihre Entscheidung, sich als Erziehungslotsin ausbilden zu lassen. Seit Juni unterstützt die 47-Jährige eine Familien mit Migrationshintergrund, jetzt übernahm sie zusätzlich eine Familie, die erst seit kurzem im Land ist. „Noch spricht keiner von ihnen Deutsch, doch die beiden Mädchen sind sehr aufgeweckt und wollen unbedingt lernen. Eine spannende Aufgabe“, findet die Ahnsbeckerin.

Auch ihre Kollegin Thekla Schertler betont: „Es ist immer wichtig, dass sich beide Seiten mit dem Arrangement wohl fühlen und die Freude an der Arbeit bleibt.“ Ihr erster Einsatz bei einer alleinerziehenden Mutter dauerte ein halbes Jahr. „Das ist die Faustregel, aber wenn es nötig ist, bleiben wir auch länger“, so die gelernte Hauswirtschafterin und Ökotrophologin. „Unser Ziel heißt jedoch: Hilfe zur Selbsthilfe."

Von Martina Hancke