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Celle Stadt Engelsjunge landet in Ulrich Frassl neuem Buch auf der Erde
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Engelsjunge landet in Ulrich Frassl neuem Buch auf der Erde
18:44 29.06.2016
Der Engel namens Marcello landet bei Angelika und Tom, weil ihm ein Flügel abbricht. Bei ihnen lernt er auch Lene kennen, vor der er sich zunächst hinter dem Sofa versteckt. Quelle: Ulrich Frassl
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Die Kinder von Tom und Angelika sind aus dem Haus, studieren in einiger Entfernung, als ihre Eltern für einen Tag zu "Pflegeeltern" werden. Der berühmte Maler der Frührenaissance aus Mantua, Andrea Mantegna, hat um 1470 ein Bild mit „Putti – eine Inschrift haltend“ gemalt. Einer dieser ewig jungen Engelknaben stürzt nun in Frassls Geschichte ab, als er sich einen seiner dünnen Flügel am Carport-Dach abbricht.

Im Körper eines eher dreijährigen, nach Aussage des Mantegna-Bildes fast 550 Jahre alten Engeln, verbindet er in seiner Figur den Liebreiz eines Kindes mit einem uralten, welterfahrenen Engel. Der Engel namens Marcello berichtet von himmlischen Verhältnissen, von Eigensinn, Eitelkeiten und anderen menschlichen Schwächen in der Schar der Heiligen. Gemeinsam suchen Tom, Angelika und Marcello nach Möglichkeiten, den abgebrochenen Flügel des Engels wieder zu reparieren.

Als plötzlich die Nachbarstochter Lene auftaucht, reagiert der Engelsjunge zunächst etwas unhöflich und scheut den Kontakt zur Achtjährigen. Schnell freundet er sich dann doch mit der Drittklässlerin an. Letztlich verabschiedet sich Marcello dann sogar in Hollywood-Manier küssend von Lene und sagt: "Wenn ich wieder oben bin, werde ich einen Antrag stellen. Ich will mich um eine Schutzengel-Stelle für Lene bewerben. Dann kann ich sie öfter sehen."

Die Geschichte bleibt aufregend und der Autor schafft es, die Spannung rund um die Engelsfigur von Anfang bis zum überraschenden Ende aufrecht zu erhalten. Er kreiert eine unterhaltsame und gleichsam rührende Geschichte um einen Himmelsboten.

"Das Buch ist nicht nur für junge Leute gedacht, es soll auch Erwachsene erheitern", sagt Frassl, der bereits einige Bücher geschrieben hat. Der Celler schreibt gerne, malt aber auch sehr viel. Er erstellt vor allem Einmaldrucke, sogenannte Monotypien. Die Zeichnungen im Buch hat der Autor auch selbst erstellt. Frassl war jahrzehntelang als Kunstpädagoge am Hölty-Gymnasium tätig und engagierte sich stark in der Theater-AG. Seitdem der Celler im Ruhestand ist, widmet er sich besonders gerne der Malerei und dem Schreiben, wie er berichtet.

Frassl verrät, dass ihm die Ideen für seine Geschichten nicht ausgehen und er schon viele neue Einfälle habe. Die Leser können somit also auf weitere Bände hoffen.

Das Buch „Marcello – kleiner Putto in Nöten“ gibt es in der Buchhandlung „Sternkopf & Hübel“ an der Neuen Straße in Celle für acht Euro zu kaufen.

Von Jessica Poszwa