Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Enger Zeitplan für Trassensuche in Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Enger Zeitplan für Trassensuche in Celle
18:19 08.05.2015
Celle Stadt

Mit seiner Firma Hanseatic Transport Consultancy (HTC) berät Rössler bereits seit acht Jahren zum Thema Verkehr, nachdem er zuvor unter anderem als Leiter der Konzernstrategie der Deutschen Bahn tätig gewesen ist.

Er sieht sich als Übersetzer für das Dialogforum, um den Zugang zu den sehr fachspezifischen Ausführungen zu erleichtern. „Letztlich geht es darum, die Sprachfähigkeit der Forum-Teilnehmer, die sich nicht hauptberuflich mit dieser Materie beschäftigen, zu verbessern“, sagt Rössler. Das Ziel sei es dann, Kriterien zu entwickeln, nach denen die verschiedenen Varianten verglichen werden können. So soll es eine Versachlichung der Debatte geben.

Mit dem bisherigen Gutachten, das der Bund in Auftrag gegeben hat, ist das aus seiner Sicht noch nicht möglich. „Auch wir haben da noch einige Fragen, die geklärt werden müssen“, sagt Rössler. Deshalb stelle sich die Frage, welche der derzeit diskutierten Varianten die beste sei, derzeit auch noch gar nicht. Der Experte vermeidet auch tunlichst jede Aussage, die in Richtung einer Variante interpretiert werden könnte. Er weiß, dass die Situation nach der letzten überaus chaotischen Sitzung des Forums angespannt ist.

Aber zwei Dinge sind für ihn klar: Zum einen wird es eine Lösung geben müssen, weil der Verkehr wächst. Unternehmen würden auf der Suche nach Gewinnmaximierung Produktion in andere Länder verlagern. Die Transportkosten zum Beispiel auf dem Seeweg fallen aus seiner Sicht für die Kalkulation dabei nicht ins Gewicht. Zudem gebe es gerade im osteuropäischen Bereich viele ungesättigte Märkte, deren Versorgung mit Gütern aus dem Norden läuft. Der Ausbau müsse also kommen, und es werde zum anderen nicht ohne Nachteile für Anlieger einer möglichen Trasse gehen. Nach seiner Wahrnehmung herrscht in den Kommunen deshalb aber keineswegs nur das St-Florians-Prinzip. „Man weiß um die Erfolgsgeschichte der Wirtschaft, die letztlich auch die Arbeitsplätze in den Regionen sichert“, so Rössler. Es gehe um Transparenz und Wissen. „Wer sich in Details auskennt, ist besser in der Lage, auch schwere Entscheidungen zu treffen“, so der Gutachter.

Ein Ausbau muss für ihn auch in einem zeitlich angemessenen Rahmen stattfinden. Wenn eine Variante erst in vielen Jahren realisierbar wäre, würde das angesichts des vom ihm erwarteten Anstiegs im Güterverkehr wenig effektiv sein.

Seine Überzeugung zum Thema Entwicklung der Verkehrsströme ist insofern interessant, weil einige Forumsteilnehmer gerade in diesem Punkt Bedenken angemeldet haben. Sie zweifeln an der Notwendigkeit des Ausbaus. Bereits in der vergangenen Sitzung sollte deshalb noch einmal grundlegend erläutert werden, wie die Prognosen der Verkehrsentwicklung in den kommenden Jahren sind. Am 22. Mai soll das Dialogforum fortgesetzt werden. Dann soll die Tagesordnung, die ursprünglich beim letzten Mal vorgesehen war, abgearbeitet werden. Außerdem sollen auch die Ergebnisse des Gutachtens zu den einzelnen Varianten diskutiert werden.

Tore Harmening

Von Tore Harmening