Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Englische Weihnachtstradition in Stadtkirche
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Englische Weihnachtstradition in Stadtkirche
15:59 13.12.2016
Celle Stadt

Es war schummrig in der Stadtkirche und die rund 400 Gottesdienstteilnehmer murmelten in der erhabenen Atmosphäre mit einem Programmheft und einer weißen Stabkerze in der Hand nur leise. Dann begann die Celler Stadtkantorei – verborgen im Eingangsbereich – zu singen und weckte mit ihrem goldenen Kerzenlicht Weihnachtsstimmung in der Kirche. Mit dem Gottesdienst „A Festival of Nine Lessons and Carols“ kam am Sonntagabend eine englische Weihnachtstradition zum ersten Mal nach Celle, ins Leben gerufen von Pastor Volkmar Latossek und seinem Team von Lektoren und der Celler Stadtkantorei, die von Robin Hlinka geleitet und im Wechsel von ihm und Kantorin Claudia Griesser am Klavier und der Orgel begleitet wurde.

Wie in dem in England ausgesprochen beliebten „Original“ zogen die Sänger und Vortragenden festlich in einer Lichterprozession in die Kirche ein und brachten dabei eine Kerze zu jeder Reihe. Nach und nach entzündeten so die Gottesdienstteilnehmer ihre eigene Kerze und erfüllten die dämmrige Stadtkirche schließlich mit einem Lichtermeer. Klassisch bestand der Gottesdienst aus einer stimmigen Mischung aus englischen Lesungen – die durch biblische Erzählungen von der Schöpfung über die berühmte Weihnachtsgeschichte bis hin zur Deutung der Geburt Jesu führten – und besinnlicher Weihnachtsmusik.

Britische, amerikanische und deutsche Lektoren, darunter Celler Schüler, trugen die neun Lesungen immer im Wechsel mit dem Chorgesang und Liedern wie „O come, all ye faithful“ oder „Joy to the world“, die alle zusammen sangen, vor. „Diese Lesungen bilden den roten Faden des Gottesdienstes”, erklärte Latossek. „Und die Kerzen symbolisieren das Licht, das aus der Dunkelheit hervorgeht.“ Auch ohne gute Englischkenntnisse konnten die Teilnehmer dem Gottesdienst mithilfe des Programmheftes folgen. „Es ist bemerkenswert, wie viele sich auf die Lieder und Texte komplett in Englisch eingelassen haben“, fand der Pastor. Und so verweilten viele Gottesdienstteilnehmer im Anschluss noch ein paar Minuten, bevor sie ihre Kerze löschten und festlich gestimmt nach Hause gingen.

Von Marlene Schlüter